Heynckes lüftet kurioses Gerland-Geheimnis

Florian Plettenberg
Jupp Heynckes (l.) und Hermann Gerland: Ein (fast) unschlagbares Team

Beim FC Bayern München bilden Cheftrainer Jupp Heynckes, sowie die Co-Trainer Peter Hermann und Hermann Gerland mit zusammen 201 Jahren das wohl älteste magische Dreieck aller Bayern-Zeiten.

Dass jedoch ausgerechnet "Tiger" Gerland bei den Bayern seit Jahren seine Expertise und Sprüche einsetzt und intern auch mal auf den Tisch haut, ist vor allem Heynckes zu verdanken.

"Ich habe ihn damals installiert, das möchte ich nochmal betonen. Ich habe schon immer gute Menschenkenntnisse gehabt", sagt Heynckes stolz grinsend auf der Pressekonferenz am Freitag. Heynckes kam im Sommer 1987 aus Gladbach erstmals zu den Bayern und blieb in seiner ersten Amtszeit bis Oktober 1991.

Gerland wechselte im Sommer 1990 von Nürnberg in die Isarstadt, wurde Trainer der Bayern-U19 und der Amateure.

Dabei wäre das Kommen Gerlands fast an dessen ausgefallenem Outfit gescheitert.

Gerland trug Bermuda-Shorts

"Er hat sich in Bermuda-Shorts vorgestellt und mit Birkenstocks. Mein damaliger Präsident Professor Scherer hat mir gesagt: 'Trainer, wen haben sie mir da vorgestellt?'", so Heynckes. "Ich habe gesagt: 'Professorchen, seien sie mal ganz ruhig. Das ist ein Top-Mann.' Und so ist es dann auch gewesen."

Zusammen haben Heynckes, Hermann und Gerland die Bayern seit der September-Trennung von Erfolglos-Coach Carlo Ancelotti wieder zur Fußball-Macht in Deutschland entwickelt. 201 Jahren purer Fußball-Erfahrung ist es größtenteils zu verdanken, dass aus unzufriedenen und teils degradierten Stars wie Robben, Ribery und Müller wieder Leistungsträger wurden. Das magische Oldie-Dreieck brachte das Lachen wieder zurück zu Rekordmeister - und den Erfolg.

"Hermann hat mir diese Saison immer wieder gesagt, dass, wenn Peter und ich nicht gekommen wären und die Arbeit mit dem Trainerteam und der Mannschaft durchgeführt hätten, die Saison nie so einen Verlauf genommen hätte", erzählt Heynckes. Und stellt klar: "Er muss es wissen. Er hat sehr viel Erfahrung."


Keine Abschieds-Wehmut bei Heynckes

Spätestens nach dem DFB-Pokalfinale am 19. Juni gegen Frankfurt werden sich die Wege des Triumvirats vorerst trennen. Heynckes kehrt zurück in seine Heimat. Zu seinem Bauernhof in Schwalmtal bei Gladbach, zu seiner Frau Iris mit er seit 1967 verheiratet ist und zu seinen Haustieren.

"Ich bin wieder happy, wenn ich zu Hause bin bei meiner Frau. Den Cando muss ich ja jetzt auch nennen und ich habe ja auch noch einen Stubentiger", sagt er. Gerland indes wird den Bayern sicher erhalten bleiben, eine Entscheidung über die Zukunft von Hermann steht noch aus.


Von Abschieds-Wehmut jedoch keine Spur bei Held Heynckes: "Für mich ist das keine Abschiedstournee. Das war es für mich in der zweiten Halbserie der Saison 2012/13. Mein Arbeiten war eine Hilfe in Not für den FC Bayern, ich sehe das Ganze aber ohne persönliche Emotionen. Die Emotion gegenüber der Mannschaft und des Klubs ist was anderes. Ich empfinde keine Demut oder Entzugserscheinung. Nostalgie ist nicht angebracht."

Den vierten Meistertitel seiner Karriere (alle mit Bayern) hat er bereits sicher, der zweite Pokalerfolg soll noch folgen - an der Seite von Kumpel Gerland. Schlusswort Heynckes: "Ich möchte, dass wir einen optimalen Abschluss haben. Dann ist es eine Saison, die, als Peter Hermann, Hermann Gerland und ich eingestiegen sind, beim FC Bayern nicht hätte erträumen können. Wir arbeiten alle dahin, dass wir das Pokal-Endspiel noch siegreich bestehen."

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