Heynckes glaubt nicht an Streich: Freiburg ist einfach zu "schnuckelig"

Christian Streich und Jupp Heynckes verstanden sich bei ihrer Begegnung prächtig. Als Bayern-Trainer kann Heynckes sich Streich aber nicht vorstellen.

Beim Bummel um das Münster "verlor" Jupp Heynckes seinen Glauben an Christian Streich. "Ich bin vor dem Spiel durch Freiburg spaziert. Das ist so eine schnuckelige Stadt, es ist wunderschön hier. Und er ist ja schon 23 Jahre im Klub - ich kann mir nicht vorstellen, dass man sowas verlässt", kommentierte der Trainer von Bayern München nach dem 4:0 (2:0) beim SC Freiburg die neuesten Spekulationen über sein Erbe beim Rekordmeister.

Davor und danach umarmten sich die beiden Fußballlehrer, wo es nur ging. Es grenzte fast an Trennungsschmerz, als sich Heynckes mit dem Bayern-Tross in Richtung des Euro-Airports Basel-Mulhouse-Freiburg aufmachen musste. Und obwohl Heynckes einen Wechsel seines Trainerfreundes nach München für unwahrscheinlich hält, wäre der Freiburger Kult-Coach seiner Ansicht nach absolut qualifiziert für den Job.

Streich weist Spekulationen um Heynckes-Nachfolge zurück

"Es ist sicher die letzte Begegnung von uns beiden in der Liga. Christian macht eine überragende Arbeit. Ich kann ihm nur ein Riesenkompliment aussprechen", sagte Heynckes und reihte im Anschluss ein Lob für Streich an das nächste. Dem fast schon verlegenen Streich blieb nur ein "ganz herzlicher Dank für die Worte".

Doch danach war es mit der Verlegenheit des 52-Jährigen vorbei. Streich geißelte die Spekulationen, wonach er Heynckes im Sommer beerben könnte, als vollkommen aus der Luft gegriffen. "Irgendwie ist das ein bisschen ärgerlich, weil es unwahr und erfunden ist. Das ist nicht okay", äußerte der Trainer: "Ich habe Vertrag in Freiburg, das allein reicht schon. Die Medien haben wohl keinen neuen Namen mehr gefunden - da haben sie mich genommen."  In ähnlicher Manier ging auch Sandro Wagner vor. "Christian Streich kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber ich kann mir auch viele andere sehr gut vorstellen", sagte der Nationalstürmer: "Es wird sich schon jemand in der Republik finden, der uns nächste Saison trainiert. Zur Not mach ich es selbst." Sogar diese eher unorthodoxe Lösung dürfte zum Titelgewinn reichen. Schließlich spielen die Bayern auch in dieser Saison wieder alles in Grund und Boden.

In Freiburg sorgten SC-Torhüter Alexander Schwolow per Eigentor (25.), Corentin Tolisso (29.), Wagner (54.) und Thomas Müller (69.) für den höchsten Auswärtssieg in der laufenden Saison. Mangels Konkurrenz können die Münchner theoretisch schon am 27. Spieltag zum 28. Mal Meister werden und damit ihren Rekord aus der Spielzeit 2013/14 einstellen.

Ein Backup für Joshua Kimmich soll her

Und auch wenn der neue Trainer noch nicht feststeht, hat die Chefetage genügend Muße, sich um andere Personalien zu kümmern. Laut kicker wird Nationalspieler Joshua Kimmich seinen Vertrag demnächst verlängern. Als Backup für Kimmich auf der rechten Abwehrseite ist der Argentinier Fabricio Busto von CA Independiente aus Buenos Aires im Gespräch. Auch der Portugiese Diogo Dalot (18/FC Porto) wird gehandelt.

Mit Neuzugängen muss sich Heynckes nicht mehr beschäftigen - wohl aber mit Fragen nach einem erneuten Triple-Gewinn. "So etwas können sie nicht programmieren", sagte der Trainer, der diesen Triumph vor fünf Jahren gefeiert hat: "Wer aus seinem Altersruhestand kommt, kann nicht so vermessen sein, sich noch einmal die Krone aufsetzen zu wollen. Das wird wahnsinnig schwierig."