Heynckes glückt CL-Rückkehr! Bayern dominiert Celtic

Der FC Bayern hatte gegen Celtic mehrfach Grund zum Jubeln

Jupp Heynckes hat 1607 Tage nach dem Triumph von Wembley eine glanzvolle Rückkehr in die Champions League gefeiert. Ein stark verbesserter und dominanter FC Bayern München erfüllte auf dem Weg ins Achtelfinale mit einem 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow locker seine Pflicht, steht aber trotz der Gala in der Königsklasse weiter unter Druck (Alle Ergebnisse im Überblick).

Kapitän Thomas Müller brachte die überzeugenden Münchner bei der Fortsetzung der Heynckes-Festspiele gegen biedere und lange überforderte Schotten in der 17. Minute in Führung. Für den Weltmeister war es bereits das 40. Tor in der Champions League im 92. Einsatz. Joshua Kimmich gelang in einer einseitigen Partie das 2:0 (29.). Mats Hummels per Kopf (51.) legte nach (Der Ticker zum Nachlesen).

"Der FC Bayern möchte sich natürlich für das Achtelfinale qualifizieren, deshalb war es wichtig zu gewinnen. Das hat die Mannschaft gut gemacht, auch wenn wir Chancen nicht verwertet haben", sagte Heynckes im ZDF. Der 72-Jährige ist mit zwei Siegen und 8:0 Toren so gut beim FC Bayern eingestiegen wie nur ein Trainer vor ihm. Udo Lattek gelangen 1970 zwei Erfolge bei 10:0 Toren.


"Die Einstellung hat gepasst, wir waren nach dem Spiel gegen Freiburg motiviert. Wir wollten den Schwung mitnehmen", sagte Müller: "Das war ein ganz wichtiger Dreier. In der zweiten Halbzeit hätten wir noch mehr Chancen herausspielen müssen. Ich hoffe, das war ein Aufgalopp für die kommenden Wochen."

Und Arjen Robben ergänzte: "Das ist wieder ein Schritt. Wir wollen uns verbessern. Es kann noch nicht alles perfekt sein, aber zumindest sind wir auf einem guten Weg."

Um den wichtigen Gruppensieg perfekt zu machen, ist der deutsche Rekordmeister aber auch in den drei ausstehenden Partien in Glasgow am 31. Oktober, in Anderlecht (22.11.) und zum Abschluss in der Allianz Arena gegen die Milliardentruppe von Paris St. Germain (5.12.) zum Siegen verdammt. Selbst Platz zwei ist noch nicht sicher.


Heynckes stellt Rekord auf

Für Heynckes, seit Mittwoch der älteste Trainer der Champions-League-Historie, war es nach dem vielversprechenden 5:0 in der Liga gegen Freiburg der zweite Sieg in nur fünf Tagen. 2013 hatte er die Münchner zum einzigen Triple der Vereinsgeschichte geführt, die Champions League gewannen die Bayern damals durch ein 2:1 gegen Borussia Dortmund.

An diese Ära will der Rekordmeister, der am Samstag in Hamburg den Aufwärtstrend bestätigen muss, anknüpfen. Und die Bayern legten stürmisch los. In der sechsten Minute bejubelten die Fans schon die Führung durch Thiago, doch bei der Hereingabe von Robert Lewandowski war der Ball nach Ansicht von Schiedsrichter Sergej Karassew im Aus gewesen.

Kurz danach reklamierte der Torjäger nach einem Zupfer von Mikael Lustig im Strafraum Elfmeter. Doch auch da entschied der Russe gegen die Bayern (Die Stimmen zum Spiel).


Kopfballungeheuer Kimmich

Diese ließen sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Immer wieder suchten die Münchner, bei denen im Gegensatz zum Freiburg-Spiel nur Sebastian Rudy für den verletzten Javi Martinez in die Startelf rückte, mit schnellem Spiel in die Spitze ihre Chancen. Zunächst vergab David Alaba (14.) freistehend, dann wehrte Celtic-Keeper Craig Gordon einen Kopfball von Lewandowski gerade noch ab - Müller traf aber aus kurzer Distanz im Nachschuss (SPORT1-Tippspiel: Jetzt die Champions League tippen und eine von zehn Playstation 4 Pro gewinnen).

Die Münchner hatten auch in der Folge meist leichtes Spiel. Celtic konnte mit dem Tempo nicht mithalten. Insbesondere Kingsley Coman startete einige Flankenläufe, bei einem davon bereitete er den sehenswerten Kopfballtreffer von Kimmich vor. Auch Hummels war kurz nach der Pause nach Eckball von Arjen Robben, der sein 100. Champions-League-Spiel bestritt, mit dem Kopf zur Stelle.


"Ich bin enttäuscht über die Gegentore, wir hätten sie verhindern können. In der zweiten Halbzeit haben wir ganz gut gespielt, sahen wirklich gefährlich aus", sagte Celtic-Coach Brendan Rodgers: "Aber wir müssen realistisch sein und sehen, gegen wen wir da gespielt haben, die Qualität des Gegners. Wir haben uns ein paar Fehler geleistet, aber die Erfahrung wird uns für die Zukunft helfen."

Glasgow hatte Glück, dass das Ergebnis nicht noch höher ausfiel. So rettete Christian Gamboa gegen Robben auf der Linie (61.). Die Gäste selbst wurden dagegen nur in der Schlussphase, als die Bayern den Vorsprung verwalteten, gefährlich und kamen zu der einen oder anderen Chance. Der Treffer von Scott Sinclair in der 86. Minute wurde wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt.