Heute bleibt der Ofen kalt: Bäcker in Paris demonstrieren gegen hohe Energiepreise

Die hohen Energiepreise in Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine bringen nicht nur Verbraucher in Bedrängnis. Das Handwerk hat ebenfalls zu kämpfen, so auch Bäcker:innen in Frankreich. In Paris forderten viele von ihnen vom Staat festgelegte und bezahlbare Energiepreise.

In Frankreich hat eine Organisation namens "Kollektiv für das Überleben von Bäckereien und Handwerksbetrieben" zu einem Streik aufgerufen. In Paris gingen Menschen auf die Straße. Ihr Unmut richtet sich gegen die gestiegenen Energiepreise. Sie fordern den Beistand der Regierung.

Hohe Preise: "Ich muss heute zwei Mitarbeiter entlassen"

In seiner Bäckerei in Pommeuse östlich von Paris berichtete zuvor Pascal Hubert von seiner Lage. Auch er wollte sich der Demonstration in der Hauptstadt anschließen:

"Ich bin noch nie demonstrieren gegangen. Das wird heute das erste Mal. Wir wollen, dass die Energiepreise gedeckelt werden. Keine Bezuschussung, sondern festgelegte Preise." Außerdem sei er gezwungen gewesen, Kündigungen auszusprechen:

"Ich muss heute zwei Leute entlassen, meinen Konditor und meine Verkäuferin, obwohl sie ja auch ein Leben haben und Rechnungen bezahlen müssen", so der Bäcker Pascal Hubert.

Kund:innen zeigen Verständnis

Die Energiepreise sind auch für ihn durch die Decke gegangen. Außerdem haben die Preise für Rohstoffe wie Mehl seit September kräftig angezogen. Die Kunden in seinem Laden zeigten Verständnis.

"Natürlich müssen sie demonstrieren gehen, um sich Gehör zu verschaffen", so eine Kundin. Und ein Mann vor dem Verkaufstresen in Huberts Bäckerei sagte: "Na klar, wie könnte man dagegen sein?"

Der Präsident der Nationalen Vereinigung der Bäcker und Konditoren, Dominique Anract, jedoch hält Preisgarantien für nicht umsetzbar. So jedenfalls habe es ihm der Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire gesagt. Doch auch er als Bäcker-Präsident wolle dem Handwerk Gehör verschaffen, so sagte er gegenüber französischen Medien.