Herzogin Meghan im Oprah-Interview: Ist Archie kein Prinz wegen seiner Hautfarbe?

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Herzogin Meghan deutet im Interview mit Oprah Winfrey an, dass Mitglieder der Königsfamilie rassistisches Gedankengut haben.

Als Archie Mountbatten-Windsor am 6. Mai 2019 geboren wurde, erhielt der die höfliche Anrede "Master". Ein Prinz wie seine Cousins Prinz George, 7, und Prinz Louis, 2, wurde er nicht. "Warum wollten sie Archie deiner Ansicht nach nicht zum Prinzen machen? Was glaubst du? Glaubst du, es liegt an der Hautfarbe?" fragt Oprah Winfrey, 67.

Herzogin Meghan, 39, seufzt. Sie zögert mit einer Antwort, muss nachdenken. Dann sagt sie: "In den Monaten, in denen ich schwanger war, ging es immer wieder darum, dass er keinen Titel bekommen wird und um Bedenken und Gespräche darüber, wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird."

Es gab Gespräche über die Hautfarbe von Archie Harrison Mountbatten-Windsor

Die Talk-Masterin ist schockiert. Mit wem Meghan gesprochen habe, will sie wissen. Mehrere Personen hätten mehrere Gespräche mit Harry darüber geführt. Oprah hakt nach: "Darüber, wie dunkel dein Baby werden könnte?" Meghan bestätigt: "Ja. Und was das bedeuten würde und wie das rüberkommen würde." Mit wem darüber gesprochen wurde, will Meghan nicht verraten. "Ich glaube, das würde den betreffenden Personen sehr schaden." Ob sie damit Mitarbeiter des Palastes oder Familienmitglieder meint, bleibt unklar. Fest steht aber: Weder Queen Elizabeth noch Prinz Philip waren an rassistischen Kommentaren beteiligt, wie Harry Oprah anvertraute (Video oben).

Anmerkung der Redaktion: Archie ist kein Prinz aufgrund einer Entscheidung des Großvaters der Queen aus dem Jahr 1917. Mehr dazu lesen Sie im nachfolgenden Artikel.

Archie Mountbatten-Windsor: Wenn Prinz Charles König wird, wird er ein Prinz

Herzogin Meghan versteht die Diskussionen nicht

Sie habe die Sorge um die Hautfarbe ihres Sohnes nicht nachvollziehen können, sagt Meghan und verweist auf das Commonwealth, dessen Oberhaupt Queen Elizabeth, 94, ist. "Ich würde sagen, 60, 70 Prozent davon sind People of Color, oder?" Die Hautfarbe Archies und ihr selbst hätte "als zusätzlicher Vorteil" gesehen werden können, meint sie. Als eine Woman of Colour wisse sie, wie wichtig es sei, Identifikationsfiguren zu haben. Davon hätte ihrer Meinung nach auch das Königshaus profitieren können.Oprah-Interview: Live-Ticker zum Talk von Prinz Harry und Herzogin Meghan

Das sagt Prinz Harry zum Rassismus in der Königsfamilie

Als Prinz Harry, 36, zu Oprah Winfrey und Meghan dazu stößt, will er zu dem Vorfall nichts sagen. "Über dieses Gespräch werde ich nie reden. Aber damals… Es war peinlich. Ich war ein bisschen schockiert." Oprah: "Können Sie uns sagen, worum es ging?" Harry: "Nein, das geht nicht. Ich fühle mich nicht wohl dabei." GALA erklärt: Die Titel der britischen Royals (Hintergrundstück)

Ihn hätten die Angriffe auf seine Frau sehr getroffen, gibt er zu. "Und das war der Auslöser für meine Gespräche mit… Mit hochrangigen Mitarbeitern und meiner Familie, um ihnen zu sagen, dass das nicht gut ausgehen wird." Seiner Meinung nach hätte sich seine Familie mehr gegen den Rassismus einsetzen müssen. Die Frage, ob Meghan von den Royals gut aufgenommen wurde, sagt Harry:" Ja. Viel besser, als ich erwartet hatte. [lacht] Ähm, aber meine Großmutter war durchgehend großartig. Mein Vater, mein Bruder, Kate, der ganze Rest der Familie, sie waren sehr freundlich." Erst später sei die Stimmung gekippt.

Verwendete Quelle: Oprah with Meghan and Harry: A CBS Primetime Special"