Herzog sieht Gefahr für Bayern in Bremen

Reinhard Franke
Der FC Bayern tritt am 2. Spieltag der Bundesliga beim SV Werder Bremen an

Gleich im ersten Heimspiel der neuen Saison hat Werder Bremen gegen den FC Bayern (ab 15 Uhr im LIVETICKER) einen dicken Brocken vor der Brust. Für den früheren Werder-Profi Andreas Herzog droht daher Ungemach.

"Es ist nicht gut, dass es schon am 2. Spieltag gleich gegen die Bayern geht. Nach der Niederlage in Hoffenheim müsste jetzt ein Heimsieg her - und das ist gegen die Bayern natürlich doppelt schwer", sagt der 48-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Herzog glaubt an Bremens Chance gegen Bayern

Herzog schnürte in seiner aktiven Zeit als Profi in Deutschland hauptsächlich für die Bremer die Fußballschuhe (1992 bis 1995 und 1996 bis Winter 2001/2002). In der Spielzeit 1995/96 stand er auch bei den Bayern unter Vertrag.

Zuletzt war er von 2011 bis 2016 Co-Trainer von Jürgen Klinsmann bei der amerikanischen Nationalmannschaft.

Der Rekordspieler der österreichischen Nationalelf schaut also am Samstag genauer hin und die größere Hälfte seines Herzens schlägt dabei grün-weiß. Er sieht seine Bremer nicht ganz chancenlos, denn: "Die Münchner sind auch noch nicht richtig sattelfest."

Trotzdem muss der Ex-Profi natürlich eingestehen: "Sie haben einfach mehr Qualität als Werder."


"Neues Selbstvertrauen" bei Werder

Die Entwicklung an der Weser unter Trainer Alexander Nouri sieht Herzog dennoch positiv.

"Nach den vier Niederlagen im Januar und Februar dieses Jahres hat es ganz schlecht ausgeschaut. Aber dann hat man in Wolfsburg und in Mainz gewonnen. Dadurch haben das Team und Nouri neues Selbstvertrauen bekommen", erinnert sich Herzog. "Was die Mannschaft und der Trainer danach mit neuem Rückenwind abgeliefert haben, war einfach grandios. Das war über Wochen extrem stark."

Wie viele Fans wünscht sich auch Herzog vor allem zwei Dinge für die neue Saison.

"Ich hoffe sehr, dass wieder Konstanz und Ruhe reinkommt", meint der Wiener: "Umso wichtiger wäre es jetzt, in der Meisterschaft gleich einen guten Start zu haben. Sollte es eine Niederlage gegen die Bayern geben, dann steht man vor dem nächsten Auswärtsspiel gleich wieder vor einer schweren Situation."

Herzog von Bayern überzeugt

Die Bayern sieht Herzog trotz der Ausbeute von nur einem Titel in der vergangenen Saison weit weniger kritisch als manch anderer.

"In der vergangenen Saison sind sie souverän Meister geworden. Und wenn man bedenkt, wie sie in der Champions League in Unterzahl gegen Real Madrid gespielt haben, dann mache ich mir keine Sorgen", erklärt Herzog.


Zwar hätten die Bayern "nur" einen Titel geholt "und das schaut dann unter kritischer Beobachtung nicht gut aus. Aber Carlo Ancelotti ist ein absoluter Top-Trainer und er wird die Truppe auch wieder auf Kurs bringen."

Fragezeichen bei Ribery und Robben

Eine Triple-Prognose will Herzog dennoch nicht abgeben, das müsse man abwarten.

Ganz entscheidend werde sein, "wie Franck Ribery und Arjen Robben die Saison spielen werden. Beide sind fußballerisch in ein gewisses Alter gekommen und es wird interessant sein zu sehen, wie sie die Dreifachbelastung wegstecken und ob sie in den entscheidenden Phasen auch auf höchstem Niveau spielen können."

Für Herzog steht weiterhin fest: "In Topform sind beide nicht zu ersetzen. Robert Lewandowski auch nicht."