Herthas Mitchell Weiser: "Man sieht, wo noch was fehlt"

Beim Jubiläumsspiel zum 125. Geburtstag von Hertha BSC waren zumindest die Fans in Feierlaune - und das trotz der 0:3-Niederlage gegen Liverpool, bei der die Klopp-Elf den Berlinern phasenweise die Grenzen aufzeigte. Am Ende war es nur ein Vorbereitungsspiel, bei dem vor allem Mitchell Weiser immer wieder offensive Akzente setzen konnte.

"Wir ärgern uns natürlich, dass wir 3:0 verloren haben", resümierte der U21-Europameister nach Schlusspfiff im Gespräch mit Goal. "Wir haben gesehen, dass wir auf dem Niveau keine oder nur wenige Fehler machen dürfen - und heute haben wir drei gemacht." Dabei sah er sein Team nicht als chancenlos, im Abschluss war die Hertha dann aber nicht zwingend genug. Gefährlich wurde es für die Gäste aus England, wenn es über rechts ging. Da harmonierten Weiser und Neuzugang Mathew Leckie in Halbzeit eins bereits sehr gut.

Trotzdem ist auch da für Weiser noch Luft nach oben: "Das war heute das erste Mal, das wir zusammen gespielt haben. Aber man hat gesehen, er ist sehr kopfballstark und wir können ihn auch hoch anspielen. Wir hatten einige gute Szenen zusammen, aber wir sind mitten in der Vorbereitung. Bei vielen waren heute die Beine schwer, das hat man auch gesehen."

Emre Can (r.) und sein FC Liverpool sorgten beim Gastspiel in Berlin für die Höhepunkte

Wenn die Reds das Spiel schnell machten, hatte der Bundesligist wenig entgegenzusetzen. "Liverpool ist zurzeit noch eine Klasse besser", bestätigte Berlins Rechtsverteidiger den deutlichen Leistungsunterschied. "Das sah vom Spiel sehr flüssig aus und vertraut miteinander. Ich denke, da kommen wir auch noch hin."

Für Weiser sind solche Spiele ebenfalls die Möglichkeit, die eigenen Grenzen auszuloten. Gegenspieler Philippe Coutinho machte es ihm oft nicht leicht, aber der 23-Jährige zwang den Brasilianer auch immer wieder zu ungeliebter Defensivarbeit. "Ich liebe das, gegen solche Spieler zu spielen. Das ist das Niveau, auf dem ich irgendwann auch dauerhaft mal spielen will. Das macht auch Spaß - man sieht dann, wo noch was fehlt und wo man schon mithalten kann", zog Weiser noch sein ganz persönliches Fazit.