Ruthenbeck sauer: Besiegelt falscher Einwurf Kölns Abstieg?

Kölns Trainer Ruthenbeck war nach Abpfiff mit dem Schiedsrichtergespann unzufrieden.

Der höchst abstiegsbedrohte 1.FC Köln muss wohl endgültig für die 2. Liga planen. Bei Hertha BSC verlor das Team des scheidenden Trainers Stefan Ruthenbeck trotz 1:0-Führung durch einen Doppelpack von Davie Selke noch 1:2 (1:0). Somit nähert sich der Tabellenletzte dem sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Leonardo Bittencourt hatte die Kölner zwar in der 29. Minute nach einem Konter in Führung gebracht, Selke (49./52.) aber drehte die Partie für die überlegenen Berliner fast im Alleingang.

Mit 21 Punkten hat Köln nun sechs Zähler Rückstand auf den FSV Mainz 05 auf Relegationsrang 16, die Rheinhessen spielen jedoch am Montag noch gegen den SC Freiburg. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Für den FC werden die nächsten Wochen derweil nicht einfacher - schon gar nicht mit nach Montag möglicherweise neun Punkten Abstand auf Mainz. Am Sonntag in einer Woche empfängt der FC Schalke 04. Bei dann noch vier übrigen Partien ist ein Sieg gegen den Champions-League-Anwärter alternativlos. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)


Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck sah den Beginn der zweiten Halbzeit als Schlüssel, warum Köln als Verlierer vom Platz ging: "In den zehn Minuten nach der Halbzeit waren wir nicht präsent genug und nicht gut in den Zweikämpfen. Da kriegst du den Doppelschlag." 

Als Abstiegskandidat fehle auch das nötige Glück. "In einer normalen Situation spielt man hier unentschieden. Aber mit der Bürde gewinnen zu müssen, ist es einfach schwierig", so der FC-Coach.

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Bei Sky haderte Ruthenbeck auch mit der Entstehung des Ausgleichstreffers. Vor dem 1:1 wurde der Hertha ein Einwurf zugesprochen, obwohl Berlins Mathew Leckie zuletzt am Ball gewesen war. 

"Was in diesem Jahr schon alles gegen uns gelaufen ist. Wenn mir einer erzählt, das gleicht sich am Ende aus, ich verspreche, läuft es andersrum, es wird gegen uns gepfiffen", meinte der aufgebrachte Kölner Trainer.

Ruthenbeck: "Irgendwann glaubst Du nicht mehr dran" 

"Ich bin ja auch gerade sehr emotional, für diese Situation können auch die Schiedsrichter nichts. Was in dieser Saison alles gelaufen ist, irgendwann glaubst du auch nicht mehr dran und gerade ist es schwierig“, sagte Ruthenbeck, dessen Vertrag nach der Saison nicht verlängert wird.

Vor der Partie in der Hauptstadt hatte er noch selbstbewusst mitgeteilt zu wissen, wie man Berlin schlagen könne. Mit Frederik Sörensen, Simon Zoller und Claudio Pizarro als Sturmspitze, der erst sein viertes Saisonspiel von Beginn an machte, veränderte der Coach die Mannschaft im Vergleich zum 1:1 gegen Mainz auf drei Positionen.

Hertha-Trainer Pal Dardai bemängelte die Anfangsphase seiner Mannschaft, lobte sie aber für die Leistungssteigerung nach der Pause. "Wir hatten früh die Chancen, gleich ein oder zwei Tore zu machen. Durch Abwehrfehler sind wir dann in Rückstand geraten", so der Ungar.

"Nach der Pause haben wir früh die beiden Tore gemacht und uns auch danach klare Torchancen herausgespielt, das war gut anzusehen", meinte Dardai.

Kölns Offensive agiert zu planlos

Gefährlicher machte dies die Offensive der Domstädter in Berlin zunächst nicht. Bereits nach 20 Sekunden musste FC-Torhüter Timo Horn einen abgefälschten Seitfallzieher von Salomon Kalou in höchster Not parieren. (Der Bundesliga-Tabellenrechner)

Doch danach fiel dem Berliner Angriff, dem ungefährlichsten der gesamten Bundesliga-Rückrunde, vorerst nur noch wenig ein. Die Doppelspitze Vedad Ibisevic/Selke strahlte in dieser Phase wenig Torgefahr aus. Köln blieb ähnlich harmlos.

Yuya Osako brachte den Ball in der 12. Minute erstmals mehr oder weniger zwingend auf das Tor - er köpfte jedoch in die Arme von Hertha-Keeper Rune Jarstein. Dass Zoller (21.) noch in der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden musste, lähmte die Offensivbemühungen der Kölner zusätzlich. Der Führungstreffer fiel wie aus dem Nichts.

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Hertha dominant

Nach der Pause blieb Hertha spielbestimmend, machte nun aber auch mehr aus dem eigenen Ballbesitz. Selkes Treffer waren ein zwangsläufiges Produkt der Berliner Überlegenheit. Nationalspieler Marvin Plattenhardt legte beide Tore per passgenauer Flanke mustergültig vor.

Köln fand in der Folge offensiv so gut wie überhaupt nicht statt und hatte Glück, dass Horn gegen den eingewechselten Mathew Leckie (59.) erneut glänzend hielt.


Das Restprogramm

HERTHA BSC (9./30/35:35/39)
   (A) Eintracht Frankfurt 
   (H) FC Augsburg  
   (A) Hannover 96  
   (H) RB Leipzig

1. FC KÖLN (18./30/29:58/21)
   (H) Schalke 04
   (A) SC Freiburg
   (H) Bayern München
   (A) VfL Wolfsburg