Hertha schießt Leverkusen immer tiefer in die Krise

Hertha BSC jubelt nach dem Sieg gegen Leverkusen

Hertha BSC  hat Angstgegner Bayer Leverkusen in der Bundesliga in die Knie gezwungen und Tuchfühlung mit den Europapokalplätzen aufgenommen.

Die Berliner setzten sich am 5. Spieltag gegen die Werkself verdient mit 2:1 (2:0) durch und rückten mit acht Punkten in die obere Tabellenhälfte vor. Mathew Leckie (16.) mit seinem vierten Saisontor und Salomon Kalou (24.) trafen für die Hausherren. Nationalspieler Julian Brandt (84.) brachte Bayer spät noch einmal heran.

"Wir konnten den Schwung aus dem Freiburg-Spiel nicht mitnehmen. Vor dem 0:1 müssen wir besser verteidigen. Beim 0:2 waren wir zu langsam im Kopf, da hat die Frische gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, hätten am Ende sogar noch das 2:2 machen können, aber das wäre nicht verdient gewesen", sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich nach der Partie.

Zweite Niederlage gegen Hertha für Bayer

Leverkusen, das in den zehn Spielen zuvor gegen Hertha nur einmal verloren hatte, agierte nach vorne gefällig, war aber vor allem in der Defensive oft zu leichtfertig. Am Ende blieb die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich auswärts weiter ohne Punkt und steht mit nur vier Zählern aus fünf Spielen schon gehörig unter Druck.

"Wir geraten völlig dämlich in Rückstand und machen es uns dadurch selber schwer. Hertha hat dann auf Konter gespielt. Wir haben es komplett dämlich gespielt und sind hirnlos in die Gegenspieler reingerannt", gab ein enttäuschter Julian Brandt bei Sky zu Protokoll.

"Nach unseren Planungen stehen wir sehr vernünftig. Wir haben gegen Bremen im letzten Heimspiel zwei Punkte verschenkt, die haben wir jetzt geholt", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai bei Sky: "Wir haben jetzt ein gutes Polster, darauf wollen wir aufbauen."


Vor nur 32.825 Zuschauern im halbleeren Olympiastadion hatte Herthas Coach Pal Dardai mit seiner Rotation wieder richtig gelegen. Niklas Stark, Vladimir Darida, Kalou und Vedad Ibisevic rückten in die Startelf und gaben dem Spiel von Beginn an viel Inspiration und Elan.(Spielplan und Ergebnisse der 1. Bundesliga)

Feine Einzelleistung von Leckie

Ein Profiteur war Leckie, der gerade noch vom Leverkusens Innenverteidiger Panagiotis Retsos am Torschuss gehindert wurde (9.). Sieben Minuten später war der Neuzugang aber mit einer feinen Einzelleistung zur Stelle. Erst ließ der Australier zwei Leverkusener an der Strafraumgrenze ins Leere laufen, ehe er den Ball mit links ins lange Eck schlenzte.(Tabelle der 1. Bundesliga)


Die Spielfreude bei den Gastgebern hielt an. Im Mittelfeld waren Per Skjelbred und Darida deutlich giftiger als ihre Gegenspieler. Leverkusen kam oft einen Schritt zu spät. So auch beim 0:2. Ibisevic spitzelte den Ball vor Keeper Bernd Leno weg, bediente von der Außenlinie Kalou, und der Ivorer köpfte ohne Gegenwehr zum 2:0 ein. 


Bayer-Coach Herrlich agierte auf die drohende Pleite nach der Pause und brachte Admir Mehmedi für Karim Bellarabi und Jonathan Tah für Wendell. Vor allem über rechts wurde das Spiel der Gäste auch gefälliger, doch mit den hohen Flanken in den Strafraum hatten die Berliner um Keeper Rune Jarstein wenig Mühe. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

In der Folge wurde die Partie immer zerfahrener. Hertha beschränkte sich darauf, nur noch das Nötigste zu tun und sammelte schon wieder Kräfte für die nächsten Aufgaben in den englischen Wochen. Dardai nahm Ibisevic und Ondrej Duda frühzeitig vom Feld. Mit einer Einzelaktion machte Brandt es am Ende noch einmal spannend.