Herrmann: Brutalität einiger Reichsbürger wurde lange unterschätzt

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält sogenannte Reichsbürger für potenziell hoch gefährlich. Das habe nicht nur der Fall in Georgensgmünd gezeigt, bei dem ein mutmaßlicher Reichsbürger im Oktober 2016 einen Polizisten erschossen und zwei weitere verletzt haben soll, sagte Herrmann am Dienstag im Südwestrundfunk. Die Brutalität einiger Reichsbürger sei lange unterschätzt worden. Anhänger seien zu als Spinner abgetan worden. Dies habe sich aber zuletzt geändert.

Der Fall von Georgensmünd wird seit Dienstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verhandelt. Der 50-jährige Angeklagte Wolfgang P. soll bei einer Waffenrazzia einen Polizisten erschossen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Außerdem ist P. wegen dreifachen versuchten Mordes und zwei Fällen von gefährlicher Körperverletzung angeklagt, weil er noch weitere Schüsse auf andere Polizisten abgegeben haben soll.

Angesichts der jüngeren Vorfälle würden Reichsbürger nun deutschlandweit systematisch erfasst, sagte Herrmann. Daraus ergebe sich ein umfassenderes Bild. Unter den Anhängern der Reichsbürger seien überdurchschnittlich viele Waffenbesitzer, die nicht als zuverlässig einzustufen seien. Deshalb sei es nun ein vorrangiges Ziel, ihnen auch ihre legal erworbenen Waffen wegzunehmen. Die Waffengesetzgebung in Deutschland sei dafür ausreichend.