"Natürlich scheiße": Augsburg verliert spät ohne Herrlich

SPORT1, Sportinformationsdienst

Heiko Herrlich erlebte mit dem FC Augsburg einen doppelt bitteren Einstand.

Einerseits konnte er sein Team nach seinem Hygiene-Fauxpas nicht betreuen, andererseits setzte es auch noch eine bittere Last-Minute-Pleite gegen den VfL Wolfsburg.

Herrlich sah von der Tribüne aus, wie die Fuggerstädter den Wölfen mit 1:2 (0:1) unterlagen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)


In der nahezu leeren WWK-Arena erzielte Wolfsburgs Daniel Ginczek den späten Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.+1). Tin Jedvaj hatte zuvor ausgeglichen (54.), nachdem Renato Steffen die Wolfsburger schon einmal in Führung gebracht hatte (43.). (Spielplan und Ergebnisse)

Herrlich verzichtete auf Debüt - für FCA "scheiße"

"Das schmerzt extrem", beklagte FCA-Profi Philipp Max bei Sky die Niederlage. "Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass der Coach mit dabei ist", sagte der 26-Jährige und ergänzte: "Wir hatten bisher eine richtig gute Zeit. Wir sind alle froh, wenn er nächste Woche dann dabei ist." Interimscoach Tobias Zellner sprach von einer "Besonderheit". Zu seinem Chef auf der Tribüne hatte er während der Partie keinen Kontakt, "wir hatten das letzte Mal am Freitagabend telefoniert".

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Der FCA verpasste durch die achte Niederlage aus den vergangenen zehn Spielen das dringend benötigte Erfolgserlebnis. Für die Schwaben könnte es im Abstiegskampf noch einmal eng werden. Der VfL darf dagegen nach dem siebten Spiel ohne Niederlage weiter von Europa träumen. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Das war der Auftakt, und der hat noch nicht viel zu sagen", sagte Torhüter Andreas Luthe dennoch und fügte an: "Wenn der Cheftrainer nicht dabei ist, ist das natürlich scheiße." Herrlich hatte in der Quarantäne vor dem Spiel gegen die Vorgaben verstoßen und freiwillig auf sein Debüt als FCA-Coach verzichtet. Der Coach hatte das Amt kurz vor der Corona-Pause im März von Martin Schmidt übernommen. An der Seitenlinie wurde er am Samstag von seinem Assistenten Zellner vertreten.


FCA ohne Finnbogason - Wölfe beißen zweimal zu

Herrlich werde das Spiel "entspannter und ruhiger schauen, wenn er alleine aus der Loge zusieht", hatte Geschäftsführer Stefan Reuter vor dem Anstoß gesagt. Doch ruhig dürfte es dort kaum zugegangen sein. In dem leeren Stadion tat sich der FCA, der auf den angeschlagenen Torjäger Alfred Finnbogason verzichten musste, von Beginn an mit den ungewohnten Bedingungen schwer.

Der VfL wirkte spielerischer reifer und bestimmte in der ersten Hälfte das Geschehen. Für Gefahr konnten die Wölfe aber erst einmal kaum sorgen.


Erst in der 25. Minute sorgte Paulo Otavio mit einem Schuss für etwas Aufregung. Andreas Luthe, der im FCA-Tor den Vorzug vor Tomas Koubek erhalten hatte, musste nicht eingreifen. Keine Chance hatte Luthe dann kurz vor der Pause beim Kopfball von Steffen nach präziser Flanke von Otavio. Auf der anderen Seite gab es für die einfallslosen Augsburger in Halbzeit eins nur eine Gelegenheit, Ruben Vargas scheiterte an Koen Casteels (16.).

Nach der Pause agierte der FCA sofort mutiger. Erst parierte Casteels einen strammen Schuss von Richter (49.), ehe der Ausgleich nach Freistoß von Philipp Max und unter Mithilfe von Brooks gelang. In der 64. Minute jubelten die Augsburger schon über die Führung durch Felix Uduokhai, doch Schiedsrichter Felix Brych nahm den Treffer nach Videoansicht wegen Abseits zurück. Glück hatte der FCA kurz darauf, als Admir Mehmedi nur den Pfosten traf.