BVB zerpflückt Schalke und rückt Bayern auf die Pelle

SPORT1, Sportinformationsdienst

Mit Blitzfußball hat Borussia Dortmund im trostlosen Revierderby einen überzeugenden Prestigesieg im Kampf um die Meisterschaft gefeiert. Der BVB bestrafte Fehler von Schalke 04 in der 178. Auflage des Ruhrpott-Klassikers gnadenlos und gewann hochverdient 4:0 (2:0). Er rückte mit seinem höchsten Derbysieg seit 1966 zumindest für zumindest eine Nacht bis auf einen Punkt an den Tabellenführer Bayern München heran.

Das Führungstor von Erling Haaland (28.), sein zehntes im neunten Ligaspiel, war statistisch in mehrfacher Hinsicht ein besonderes: Es bedeutete das 2500. Gegentor für die schwachen Schalker in der deutschen Eliteklasse, zudem brachte es den BVB in die Spur für den 800. Bundesliga-Sieg. Nur der FC Bayern (1111) hat mehr. Raphael Guerreiro (44./63.) und Thorgan Hazard (48.) erzielten die weiteren Tore.

"Es gibt nichts Schöneres, als mit so einem Sieg wieder in die Saison einzusteigen", sagte Nationalspieler Julian Brandt bei Sky und betonte: "Wir haben es gut gemacht, es war definitiv nicht ganz perfekt, aber für das erste Spiel nach so langer Zeit fand ich es gut." Clemens Tönnies erklärte: "Ich bin ein bisschen geprügelt." Dortmund habe verdient gewonnen, erklärte der Aufsichtsratschef bei Sky.

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BVB ohne Sancho - Haaland bricht den Bann

Die Dortmunder mussten recht spontan ohne Jadon Sancho (Muskelprobleme in der Wade) antreten, dafür sollte der 17-Jährige Gio Reyna erstmals von Beginn an spielen. Sollte. Der junge Amerikaner verletzte sich beim Aufwärmen, Thorgan Hazard kam rein. Ohnehin fehlten Marco Reus, Emre Can, Axel Witsel und Dan-Axel Zagadou - die zweimonatige Zwangspause hatte in dieser Hinsicht beim BVB ihre Wirkung verfehlt.

80.000 Zuschauer hätten den Spielern normalerweise ins Ohr geschrien - so jedoch hallten die Anweisungen der Trainer und das Ploppen beim Pass von der leeren "Grauen Wand" wider. Dabei erfuhr das Duell als erstes Topspiel einer großen Liga weltweit Aufmerksamkeit. 

Die Dortmunder erwischten den besseren Start. Nach einer Viertelstunde konnte die Schalker Abwehr eine Flanke von Achraf Hakimi gerade noch klären. Im Verlauf der ersten Hälfte wurde Schalke dann etwas lebhafter, Caligiuri scheiterte nach zu kurzer Kopfballabwehr von Manuel Akanji nach rund 25 Minuten an BVB-Torwart Roman Bürki.

Dortmund eiskalt nach der Pause

Wenige Minuten später schlug Dortmund eiskalt zu. Nach einer Traumkombination vollendete Erling Haaland zum 1:0, es war der erste Bundesliga-Treffer nach der Corona-Pause.

Kurz vor der Pause vollendete Raphael Guerreiro nach Pass von Julian Brandt zum 2:0, vorher hatte Schalke-Keeper Markus Schubert den Befreiungsschlag nicht zum eigenen Mann gebracht.

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Direkt nach der Pause sorgte Hazard für die Vorentscheidung. Nach einer Stunde machte Guerreiro dann endgültig den Deckel drauf.

David Wagner brachte Guido Burgstaller und Rabbi Matondo, um die laue königsblaue Offensive zu beleben, der wirkungslose Benito Raman blieb in der Kabine. Schalke versuchte es im 4-4-2 und konnte beim 3:0 durch Hazard doch wieder nur traurig hinterherschauen. Die Gäste wirkten hilflos angesichts des Dortmunder Hochgeschwindigkeitsspiels und zeigten keine ernsthaften Anstalten für eine Wende. Nach einer Stunde machte Guerreiro dann endgültig den Deckel drauf. 

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