Herber zum Nachwuchsproblem: „Kaum Verknüpfungen“

Herber zum Nachwuchsproblem: „Kaum Verknüpfungen“
Herber zum Nachwuchsproblem: „Kaum Verknüpfungen“

Geschäftsführer Johannes Herber vom Verein Athleten Deutschland hat gleich mehrere Ursachen für die Nachwuchssorgen in vielen Sportarten ausgemacht. „Es knirscht bei der Sichtung und bei der Talententwicklung“, sagte der frühere Basketball-Nationalspieler im Interview mit Münchner Merkur und TZ (Samstagausgabe). Schon bei der Verzahnung von Kitas, Schulen und Vereinssport gebe es „kaum Verknüpfungen“, so Herber.

Daneben bleibe die einheitliche Umsetzung von Leistungssportkonzepten gesteuert vom Spitzenverband eine "Herausforderung", sagte der 39-Jährige. Auch das Trainerpersonal spiele "eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Das Berufsbild Jugendtrainer erfährt nicht die Wertschätzung, die es verdient. Dabei sind Trainerinnen und Trainer essenziell."

Aus Herbers Sicht müssten Kinder gerade in niedrigen Altersbereichen "breiter angelegt Sport machen" und dürften nicht zu früh spezialisiert werden. Die Angebote müssten von den Landesverbänden, Vereinen und Schulen geschafften werden, allerdings benötige man auch Geld. "Ob die 25 Millionen Euro, die der Bund dem Sport gerade zum Restart nach Corona zur Verfügung gestellt wurden, auch dazu beitragen können, bleibt abzuwarten", so Herber.

Ein weiteres Problem sei die fehlende Wertschätzung für den Spitzensport, besonders in kleinen Sportarten. "Wir hören immer wieder von Mitgliedern, dass sie sich beinahe entschuldigen müssen für ihren Karriereweg", berichtete Herber. Der Beruf des Spitzensportlers müsse "klarer vorgezeichnet" werden und "mehr Akzeptanz erfahren".

Man müsse „Anreize und Sicherheiten“ auch für den Nachwuchs schaffen. Die Mittel seien aber begrenzt, meint Herber: „Das sind keine einfachen Fragen, die alle Bestandteil einer anstehenden sportpolitischen Debatte sein werden.“ Den Entscheidern im Sport sei die Notwendigkeit weiterer Reformen allerdings bereits bewusst.

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