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HSV verspielt wohl direkten Aufstieg

Herber Dämpfer für HSV!

Der Hamburger SV hat im Aufstiegsrennen gegen Verfolger SC Paderborn einen Rückschlag hinnehmen müssen, wohl den direkten Bundesliga-Aufstieg verspielt und sich gegen die viertplatzierten Ost-Westfalen (51) nur 2:2 getrennt.

Durch das bittere Remis haben die Rothosen (57 Punkte) weiterhin drei Zähler Rückstand auf den 1. FC Heidenheim, der auf dem zweiten Platz der 2. Bundesliga steht und am Samstag gegen Magdeburg aber mit einem Sieg auf sechs Punkte davonziehen könnte.

„Wir sind sehr enttäuscht, denn nach einer wackligen Anfangsphase haben wir ein gutes Heimspiel gemacht. Heute hat nicht viel gefehlt, das macht es aber natürlich umso ärgerlicher“, sagte Jonas Meffert.

Hamburger SV führt nach Huths Megapatzer

In der 49. Minute ging der frühere Bundesliga-Dino nach einem Mega-Patzer von Jannik Huth zum zweiten Mal in Führung, als der Paderborn-Keeper vor dem Strafraum kurz auf Tobias Müller passte, der sich der Gefahr offensichtlich aber nicht bewusst war.

Denn aus dem Rückraum kam Sonny Kittel angeschossen, spitzelte Müller den Ball vom Fuß, tanzte dann Huth noch aus und schob ins leere Tor zum 2:1.

Doch die Führung hielt nicht lange, da Hamburgs Miro Muheim den wichtigen Dreier leichtfüßig herschenkte: Der Linksverteidiger trat Florent Muslija völlig unnötig von hinten in die Beine. Folgerichtig gab es Elfmeter für den SCP, den er sicher zum 2:2-Endstand verwandelte.

Robert Glatzel (39.) erzielte den ersten Treffer der Hamburger, denen der Stadtrivale FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf bis auf vier Punkte auf die Pelle rücken könnten. Justvan (43.) und Muslija (73., Foulelfmeter) glichen jeweils aus.

„Heute waren die Zuschauer der Gewinner. Wir waren dem Sieg sogar einen Tick näher. Das war heute eine Reifeprüfung und vielleicht die beste Saisonleistung“, sagte ein zufriedener SCP-Coach Lukas Kwasniok bei Sky und fügte an: „Beide Tore von uns waren sehr schön herausgespielt. So lange es möglich ist, werden wir unsere Chance weiter wahrnehmen. Dieses Spiel hat uns sehr viel Vertrauen gegeben.“

HSV im Glück! Paderborn lässt in Anfangsphase Megachancen liegen

Nach zuvor nur zwei Siegen aus sieben Spielen begannen die Gastgeber überaus nervös. Kapitän Sebastian Schonlau rettete schon in der ersten Minute gegen Sirlord Conteh auf der Linie, danach klatschte ein Kopfball der HSV-Leihgabe Maximilian Rohr an den Pfosten (2.). Die Ostwestfalen verzeichneten auch in der Folge Abschlüsse im Minutentakt.

Hamburg kam erst nach einer halben Stunde besser ins Spiel. Ludovit Reis vergab die erste Möglichkeit. Glatzel leitete seinen Führungstreffer stark ein, doch die erneut unsichere Abwehr der Rothosen musste noch vor der Pause den Ausgleich hinnehmen.

Nach dem Wechsel jagte Kittel dem unaufmerksamen Müller den Ball ab und behielt frei vor dem Tor die Nerven. Moritz Heyer vergab die Chance zum dritten Hamburger Treffer (59.). „Das Quäntchen Glück hat in einigen Szenen - zum Beispiel bei meinem Abseitstor - gefehlt. So konnten wir uns nicht belohnen, das müssen wir uns ankreiden“, so ein enttäuschter Heyer nach dem bitteren Remis.

Nach einem unnötigen Foul von Muheim an Muslija gab es Elfmeter, der Gefoulte verwandelte sicher. Und so muss der HSV weiter um den Bundesliga-Aufstieg zittern. „Wir müssen die nächsten drei Spiele gewinnen. Ein Tabellenrechner bringt nichts“, sagte Glatzel bei Sky.

Turbulentes Remis: Bielefeld steckt im Keller fest

Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld droht weiter der freie Fall in die 3. Liga.

Die Ostwestfalen kamen am 31. Spieltag auf der heimischen Alm nicht über ein turbulentes 1:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth hinaus, liegen weiter auf dem Relegationsplatz 16 und können am Wochenende sogar noch weiter abrutschen.

Bryan Lasme (17.) brachte das Stadion zunächst mit seinem Führungstor zum Beben, doch Branimir Hrgota glich per Foulelfmeter (26.) aus. Beide Tore waren umstritten: Vor Lasmes Treffer hatte Bastian Oczipka den Ball bei der Eroberung mit der Hand gespielt.

Hrgota wiederum scheiterte beim Elfmeter zunächst an Arminia-Schlussmann Martin Fraisl - weil Fabian Klos jedoch zu früh in den Strafraum gelaufen war, wurde der Strafstoß wiederholt.

„Wir brauche einen Dreier, um noch eine realistische Chance zu haben“, hatte Arminias Coach Uwe Koschinat nach zuvor drei Niederlagen in Folge kurz vor dem Anstoß gesagt. Mit 22.000 Fans im Rücken begann der DSC dann auch druckvoll. Die Führung durch Lasme, der vor Schlussmann Andreas Linde die Nerven behielt, war verdient. Kurz darauf fiel Hrgota auf der Gegenseite im Strafraum, schon der Pfiff war umstritten. Der Ausgleich des Schweden im zweiten Versuch beendete eine spektakuläre Viertelstunde.

Fortan gestaltete sich die Partie zerfahren, auch nach der Pause bestimmte der Kampf das Geschehen. Dem zweiten Tor näher waren dabei die Gäste aus Fürth. Emotional wurde es nach der Auswechslung von Klos (71.). Der Kapitän weinte in den Armen von Koschinat angesichts der von ihm verschuldeten Wiederholung des Elfmeters bittere Tränen. Wenig später traf Arminias Robin Hack den Pfosten (74.), Bielefeld vermeintliches Siegtor durch Masaya Okugawa (90.) wurde wegen Abseits nicht anerkannt.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)