Henkel kämpft mit heftigen Lieferproblemen in Nordamerika


Lieferschwierigkeiten in Nordamerika haben dem über Jahre erfolgsverwöhnten Konsumgüterriesen Henkel das erste Quartal verhagelt. Der stark in den USA engagierte Konzern musste deshalb Rückgänge im Geschäft mit Waschmitteln und Kosmetika hinnehmen, wie Henkel am Montag einräumte.

Die Aktie reagierte heftig auf die Nachricht. Am Montagmorgen lag das Papier mehr als fünf Prozent im Minus am Ende des Dax. Der Kursrückgang halbierte sich im Laufe des Tages.

Lieferprobleme sollen im zweiten Quartal behoben werden

Henkel war in den vergangenen Jahren auch durch Zukäufe in Nordamerika gewachsen, zudem hatten die Düsseldorfer dort ihre Traditionsmarke Persil eingeführt. 2017 hatte der Konzern in Nordamerika mit knapp 5,2 Milliarden Euro rund ein Viertel seines Umsatzes erzielt, gut drei Prozent betrug damals das organische Umsatzwachstum dort.

Große Hoffnungen ruhen vor allem auf dem 2016 übernommenen US-Waschmittel-Konzern Sun Products, der im vergangenen Jahr stark zum Umsatz- und Ergebniswachstum in den USA beigetragen hat.

Die Probleme im ersten Quartal treffen vor allem die kleinste Sparte von Henkel: die für Schönheitsprodukte. Sie wuchs bereits im vergangenen Jahr am geringsten. Sie kam nur auf ein organisches Wachstum von 0,5 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Jetzt erwartet Van Bylen, dass die Beautysparte im laufenden Jahr nicht das prognostizierte organische Umsatzwachstum des Konzerns von zwei bis vier Prozent erreichen wird.

„Die Ursachen der Lieferschwierigkeiten in unseren nordamerikanischen Konsumgütergeschäften sind identifiziert und werden derzeit behoben“, betonte Vorstandschef Hans Van Bylen. Er geht davon aus, dass die Probleme im Verlauf des zweiten Quartals abgestellt würden.

Van Bylen kann froh sein, dass es wenigstens bei der größten Sparte, dem  Bereich Klebstoffe, weiter gut läuft. Sie macht rund die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Dort arbeitet Henkel mit anderen logistischen Systemen. Denn der Großteil der Klebstoff-Kunden sind Industrieunternehmen der Elektronik- und der Autobranche.  

Geschäft mit Klebstoffen läuft gut

Der Henkel-Chef betont darum, dass die Geschäfte mit Klebstoffen nicht von den Schwierigkeiten betroffen seien – und sich ebenso wie das Geschäft mit Haarpflege-Produkten für Frisöre „sehr gut entwickele“.


Trotz des verhaltenen Jahresauftakts bestätigte Van Bylen die Jahresprognose. Das organische Wachstum soll weiterhin in der Bandbreite von zwei bis vier Prozent liegen, die bereinigte Umsatzrendite (Ebit) soll auf mehr als 17,5 Prozent steigen. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll um fünf bis acht Prozent zulegen. Henkel will am 9. Mai Zahlen für das erste Quartal vorlegen.