Henkel-Chef kann sich weitere Zukäufe vorstellen

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Der Klebstoff- und Konsumgüterhersteller Henkel ist zu erneuten Übernahmen grundsätzlich bereit. "Wenn es Kaufgelegenheiten gibt, werden wir uns auch künftig anschauen, ob sie strategisch und preislich passen", sagte Vorstandschef Hans van Bylen der "Welt am Sonntag". "In den USA sind wir zum Beispiel beim Verkauf von Schönheitspflegeprodukten insgesamt noch kein führender Anbieter. Auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie im Klebstoffgeschäft sehe Henkel weltweit immer wieder Möglichkeiten, das Beteiligungsportfolio zu stärken. Der finanzielle Spielraum sei vorhanden. "Unsere Bilanz ist solide", unterstrich Van Bylen.

Die protektionistische Rhetorik von US-Präsident Donald Trump sei für ihn "kein direkter Anlass zur Sorge", sagte Van Bylen weiter. Henkel produziere in den USA für den lokalen Markt. Nach seinem Eindruck sei zuletzt außerdem "mehr Realismus in die US-Administration einkehrt".

Das Düsseldorfer Unternehmen hatte kürzlich mit der 3,2 Milliarden Euro teuren Übernahme des amerikanischen Waschmittelherstellers Sun Products alte Schwächen auf dem weltweit bedeutendsten Konsumgütermarkt auszugleichen versucht. Die Integration des Neuerwerbs laufe besser als erwartet, versicherte der Vorstandschef. Sowohl das bisherige Kerngeschäft mit US-Marken wie Purex und Dial als auch Sun hätten ihre Gewinnmargen verbessert. "Henkel wird in USA ein sehr erfolgreiches Jahr 2017 verzeichnen. Das wird sich auch auf Konzernebene niederschlagen", kündigte Van Bylen an.

Für Henkel seien die USA nach Zukäufen wie Sun und dem Verpackungsmittelhersteller Dares wichtiger als jedes andere Land. "Für alle drei Unternehmensbereiche - Schönheitspflege, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Klebstoffe - sind die USA inzwischen der größte Absatzmarkt vor Deutschland, China und Russland", sagte Van Bylen. Henkel beschäftige dort mehr als 8000 Mitarbeiter und erziele rund fünf Milliarden Euro Umsatz jährlich.