Der beste Deutsche der Geschichte - und erst am Anfang

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Der beste Deutsche der Geschichte - und erst am Anfang
Der beste Deutsche der Geschichte - und erst am Anfang

Als der erste Spielzug im zweiten Viertel zu Ende war, da stand Amon-Ra St. Brown tanzend mit dem Ball in der Hand in der Endzone. Wenig später wurde er hochgehoben und von den Kollegen gefeiert. (DATEN: Alle Tabellen der NFL)

Zuvor war er seinem Gegenspieler entwischt und ließ sich auch nicht mehr einholen.

Der deutsche Receiver hatte gleich mehrfach Grund zur Freude. Durch den Touchdown hatte er beim 30:12 seiner Detroit Lions gegen den Titelaspiranten Arizona Cardinals nicht nur auf 10:0 erhöht, sondern auch Geschichte geschrieben.

St. Brown ist in der NFL der zweite Touchdown der Laufbahn gelungen. Mehr hatte zuvor noch niemand aus Deutschland geschafft. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

St. Brown schreibt Geschichte

Einen Touchdown hatten vor St. Brown bereits sein älterer Bruder Equanimeous, Jakob Johnson und der frühere NFL-Profi Markus Kuhn geschafft.

„Wir haben in der Offense eines unserer besten Spiele gezeigt“, jubelte der Youngster: „Wir lieben, wie es im Moment läuft. Wir wollen mehr davon.“

Macht Amon-Ra St. Brown so weiter wie in den vergangenen Wochen, wird er sämtliche Bestmarken für deutsche Profis in die Höhe treiben. Und er wird seine Bestimmung erfüllen. Denn der jüngste Spross der St. Brown-Dynastie hat zweifelsohne das Potenzial, der beste Deutsche in der NFL zu werden.

Der 22-Jährige befindet sich auf einem Höhenflug und hat die Liga in den vergangenen Woche mächtig aufgemischt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

St. Brown dreht bei Detroit auf

Dabei war der Start für St. Brown alles andere als leicht. Im Draft 2021 wurde er erst in der 4. Runde ausgewählt.

Bei den Lions durfte er zwar von Anfang an viel spielen, allerdings konnte er kaum Akzente setzen und sein Team verlor jedes Spiel. Richtige Klatschen wie das 6:44 gegen die alles andere als überragenden Philadelphia Eagles gab es zu verdauen.

Erst vor zwei Wochen gab es nach neun Pleiten den ersten Erfolg - und bei St. Brown platzte in diesem Spiel mit dem ersten Touchdown der NFL-Karriere auch der Knoten.

Damals hatte er beim 29:27 in letzter Sekunde durch den Passfang in der Endzone den ersten Sieg gebracht.

St. Brown ist bester Receiver der Lions

Mittlerweile steht er bei 601 Yards und grüßt im Team-Ranking von Position eins. Allein am Sonntag waren es 90 Yards, die in der Wertung hinzukamen.

Satte 65 Zuspiele hat St. Brown mittlerweile gefangen. Das ist Franchise-Rekord für einen Rookie. Und drei Partien stehen sogar noch aus!

Und er ist auch der erste Neuling, der in drei aufeinanderfolgenden Spielen für die Lions mindestens acht Pässe fing. Beeindruckende Zahlen, mit denen er zeigt, warum er als größte deutsche NFL-Hoffnung gilt.

Dabei ist trotz der Euphorie nicht zu unterschlagen, dass die besten Receiver der Liga schon längst die Marken von 1.000 Yards und 100 Pässen geknackt haben.

Cooper Kupp von den Los Angeles Rams steht als bester Spieler schon bei 1.489 Yards, 112 Catches und zwölf Touchdowns. In diese Sphären muss St. Brown natürlich erst einmal noch aufsteigen.

Goff: St. Brown ist „ein Hengst“

Für den Youngster ist es noch ein weiter Weg, um ein Superstar zu werden. Aber er tritt immer mehr ins Rampenlicht und hat eine rosige Zukunft vor sich.

„Ich habe im Moment viel Selbstvertrauen“, sagte der Rookie, „und Selbstvertrauen ist einer der wichtigsten Faktoren in diesem Sport.“

Der Receiver ist für Star-Quarterback Jared Goff vor allem in entscheidenden Situation zum Lieblingsabnehmer geworden, weil St. Brown mit seiner Größe von 1,85 Metern und seinem pfeilschnellen Antritt kaum zu halten ist im direkten Duell mit Verteidigern.

„Er ist ein Hengst“, sagte Goff nach der jüngsten Gala. „Er ist ein Hengst. Ich sage es noch einmal, er ist ein Hengst“, so Goff, „wir wissen das seit dem Trainingslager.“

St. Brown: Wie viele Touchdowns folgen noch?

Der Spielmacher benutzte wieder und wieder das Wort „Stud“. Es beschreibt einen sehr ausdauernden Menschen, wenn auch eher in weniger sportlichen Lebenssituationen...

Aber auch auf dem Rasen hat St. Brown in den vergangenen Wochen seine Durchhaltevermögen unter Beweis gestellt und wurde trotz der vielen Zuspiele nie müde.

Nun will der „Hengst“ in den drei verbleibenden Spielen weitere Rekorde brechen, seinen Quarterback zu Witzen animieren und vor allem eins: weiter Tänze mit dem Ball in der gegnerischen Endzone aufführen.

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