Hendricks: Software-Updates bei Dieselautos nur "der erste Schritt"

Abgase aus dem Auspuff eines Diesel-Autos

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht verpflichtende Software-Updates nur als ersten Schritt bei der Nachrüstung von Dieselfahrzeugen. Die Autobauer müssten beim Diesel-Gipfel am Mittwoch zusagen, bei allen Fahrzeugen mit den Abgasgrenzwerten Euro 5 und Euro 6 die Software zu aktualisieren, sagte Hendricks dem Südwestrundfunk. Das sei nach der gemeinsamen Auffassung der Bundesregierung aber "nur der erste Schritt".

In einem zweiten Schritt müsse es weitere Angebote der Automobilindustrie zur Umrüstung geben, erklärte Hendricks. Der sich abzeichnende Kompromiss, zunächst auf aufwendige technische Umrüstungen wie den Einbau von Abgasreinigungssystemen zu verzichten, sei "keine Milde". Es gebe derzeit noch offene technische Fragen hinsichtlich der Umrüst-Möglichkeiten.

In Berlin findet am Mittwoch auf Einladung des Bundesverkehrs- und des Umweltministeriums ein Diesel-Gipfel mit Vertretern der Automobilindustrie statt. Die Autokonzerne sollen darlegen, wie sie die Schadstoffbelastung durch ihre Dieselautos reduzieren und die gesetzlichen Vorgaben künftig einhalten wollen. Ziel ist dabei auch, Fahrverbote in den Innenstädten zu vermeiden.

Hendricks und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) berichteten am Morgen im Kabinett über den Stand der Vorbereitungen des Gipfels. Das Minimalergebnis sieht laut einem Entwurf der Abschlusserklärung so aus, dass Bund und Länder die Autohersteller zu Software-Updates für mehrere Millionen Dieselautos verpflichten wollen, um deren Schadstoffbelastung zu verringern.