Helmut Schleweis soll Sparkassen-Präsident werden


Helmut Schleweis wird neuer Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) werden. Das hat die Verbandsvorsteherkonferenz der Deutschen Sparkassen-Finanzgruppe in ihrer Sitzung am heutigen Dienstag in Frankfurt am Main einstimmig beschlossen. Das Gemium geht davon aus, dass die Neuwahl noch vor Weihnachten 2017 stattfindet. „Das einstimmige Votum der Verbandsvorsteher ist ein großer Vertrauensbeweis und bietet mir eine gute Grundlage für die schwierigen Aufgaben, die vor uns liegen“, sagt Helmut Schleweis.

Schleweis ist ein Sparkassen-Urgestein. Er ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg und in Personalunion Bundesobmann, also der ranghöchste Vertreter der Sparkassen im DSGV. Kommissarisch wird das Amt derzeit von DSGV-Vizepräsident Thomas Mang und den beiden Vorstandsmitgliedern Karl-Peter Schackmann-Fallis und Joachim Schmalzl geführt.


Vorgänger Georg Fahrenschon hatte Konsequenzen aus einer Steueraffäre gezogen und angekündigt, sein Amt zum 24. November niederzulegen. Die Sparkassenorganisation hatte ihm dem Vernehmen nach das Vertrauen entzogen, da er über Monate hinweg einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung nicht offengelegt hatte. Erst einen Tag vor seiner geplanten Wiederwahl als Deutschlands oberster Sparkassenmann war bekannt geworden, dass der ehemalige bayerische Finanzminister seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 mit Verspätung abgegeben hatte.

Ein Hauen und Stechen wie im Vorfeld der Wahl des DSGV-Präsidenten Ende 2011, als der ehemalige westfälische Sparkassenpräsident Rolf Gerlach gegen Fahrenschon den Kürzeren zog, hatte es nicht geben sollen. Fahrenschon wurde damals von Heinrich Haasis, der aus Altersgründen keine zweite Amtszeit als Sparkassenpräsident wollte, zur Bewerbung um das Spitzenamt überredet. Der parteilose Gerlach hatte das Nachsehen und zog seine Kandidatur zurück. Die Nähe zur Union hat Tradition in der Sparkassenwelt. Das Gros der Präsidenten des Sparkassenverbunds nach dem Zweiten Weltkrieg zählte zu CDU oder CSU.


Fahrenschon war aber trotz Parteibuch keine Person, die jedermann zusagte. Das 24-köpfige Wahlgremium stimmte im November 2011 mit 18 gegen sechs Stimmen für den bayerischen Politiker als neuen Sparkassenpräsidenten – ein Affront in der auf Einstimmigkeit ausgerichteten Organisationswelt der Sparkassen. Der neue Präsident startete seinen Job damals mit einer Hypothek.

Fahrenschon hatte bei seinen Steuerangelegenheiten Fehler eingeräumt. Die verspätete Abgabe seiner privaten Steuererklärungen sei falsch gewesen, doch er habe nicht vorsätzlich rechtswidrig gehandelt. Fahrenschon hat seine Steuern inzwischen gezahlt und Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Es ist allerdings unklar, wie lange das Gericht brauchen wird, um die Sache zu klären.

KONTEXT

Die (un)profitabelsten Bankengruppen Deutschlands

Platz 8

Genossenschaftliche Zentralbanken

Rentabilität 2015: -1,08 %

Rentabilität 2014: 2,64 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 7

Großbanken (Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Unicredit/Hypo-Vereinsbank)

Rentabilität 2015: 1,81 %

Rentabilität 2014: 3,16 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 6

Landesbanken (u.a. Bayern LB, LBBW)

Rentabilität 2015: 1,89 %

Rentabilität 2014: -1,5 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 5

Regionalbanken und sonstige Kreditbanken (u.a. BFI Bank, Deutsche Leasing Finance)

Rentabilität 2015: 2,72 %

Rentabilität 2014: 4,23 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 4

Bausparkassen (u.a. Bausparkasse Mainz, LBS)

Rentabilität 2015: 3,66 %

Rentabilität 2014: 5,6 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Durchschnitt

Durchschnitt aller Banken

Rentabilität 2015: 3,96 %

Rentabilität 2014: 3,98 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 3

Realkreditinstitute (u.a. Münchener Hypothekenbank, Wüstenrot Bank)

Rentabilität 2015: 4,29 %

Rentabilität 2014: -1,67 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 2

Sparkassen

Rentabilität 2015: 6,52 %

Rentabilität 2014: 6,72 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 1

Kreditgenossenschaften (u.a. Volksbanken und Raiffeisenbanken)

Rentabilität 2015: 7,34 %

Rentabilität 2014: 8,59 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank