Helmut Marko: Daran ist Alexander Albon gescheitert

Christian Nimmervoll
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Nico #Hulkenback, der 2020 gleich zu drei Renneinsätzen für an COVID-19 erkrankte Kollegen kam, war eine der großen Storys des vergangenen Jahres. Und Stand heute deutet vieles darauf hin, dass das Coronavirus die Geschichte der Welt auch 2021 mitschreiben wird. Was wiederum für die Formel 1 weitere Ausfälle von Stammpiloten wegen positiver SARS-CoV-2-Tests bedeuten könnte.

Für den Fall bekommt Hülkenberg jetzt aber Konkurrenz, denn der bei Red Bull aussortierte Thailänder Alexander Albon erhält von seinem Arbeitgeber nächstes Jahr die Erlaubnis, nicht nur bei Red Bull oder AlphaTauri einzuspringen. Sollte sich wo kurzfristig eine Chance auftun, würde man ihn auch für die Konkurrenz freistellen.

Das ist laut Helmut Marko Teil der Vereinbarung, die man mit Albon für 2021 getroffen hat. Red Bull sei dazu bereit, "ihn auszuleihen, wenn in einem anderen Team die Situation entsteht, dass sie kurzfristig einen Fahrer brauchen. Damit er auf Rennkilometer kommt", erklärt der Motorsportkonsulent in einem Interview mit 'motorsport.com' und 'Formel1.de'.

Red Bull habe dem 24-Jährigen versichert, dass man ihn "massiv bei Testfahrten einsetzen" werde, unterstreicht Marko, und Albon werde "viel Simulator fahren. Und er wird auch bei vielen Rennen als Ersatzfahrer sein. Das betrifft bei uns ja vier Autos." Fest steht: "Das ist nicht das Ende. Wir schauen, ob es gelingt, ihn zu stabilisieren."

Denn 2020, das gibt Marko im Nachhinein zu, ist Albon nicht in erster Linie an zu wenig Talent, sondern "an mangelnder Konstanz" gescheitert. Außerdem habe er "überproportional Zeit verloren", wenn zum Beispiel der Wind gedreht hat (Marko: "Wir haben ein sehr windempfindliches Auto") oder wenn die Reifen abgebaut haben.

Dinge, die Max Verstappen in all seiner Kaltschnäuzigkeit nichts anhaben konnten. Marko muss grinsen, als er das Beispiel erzählt, wie Verstappen beim Grand Prix von Ungarn einfach vergessen hat, das DRS zuzuklappen. Statt in der Kurve abzufliegen, sei er trotzdem mit Vollgas durchgefahren. Hinterher meinte er dann, das Auto sei halt "ein bisschen unruhig".

Die Geschichte von Albon und Red Bull sei letztendlich "auch eine mentale", analysiert Marko: "Natürlich haben ihn, da kommen wir zum Mentalen, die ganzen Berichte und die nicht zufriedenstellenden Ergebnisse verunsichert. Sein Rückstand auf Verstappen hat sich im Laufe der Saison vergrößert, nicht verringert. Zwar marginal, aber er ist größer geworden."

"Aber wenn du einen Teamkollegen hast, der permanent auf absolutem Topniveau fährt, egal wie das Auto ist, spielt das eine untergeordnete Rolle, glaube ich. Wenn man das so betrachtet, hat außer Ricciardo niemand auf gleichem Niveau neben Max bestanden. Und je länger die Kombination Ricciardo und Max war, umso klarer konnte sich Max auch da absetzen."

Der vollständige erste Teil des Interview-Dreiteilers mit Helmut Marko zum Jahresabschluss der Formel 1 2020 aus Sicht von Red Bull, unter anderem über Alexander Albon und die Vision, einen eigenen Red-Bull-Motor zu entwickeln und bauen, erscheint am 28., 29. und 30. Dezember in voller Länge auf motorsport.com und Formel1.de.

Mit Bildmaterial von ServusTV (Leo Neumayr).