HelloFresh und Zalando: Was steckt hinter dem Ausverkauf der Lockdown-Favoriten?

Die Aktien von HelloFresh (WKN: A16140) und Zalando (WKN: ZAL111) gehörten in den letzten beiden Jahren zu den Favoriten der Anleger. Beide Aktien gehörten deshalb zu den größten Gewinnern am Markt. Seit einigen Monaten fallen die Kurse aber kontinuierlich und haben inzwischen sogar einen Großteil der Gewinne der letzten beiden Jahre abgegeben (Stand 05.05.2022, relevant für alle Kurse).

Aber was steckt eigentlich hinter dieser Entwicklung? Und noch wichtiger: Sind die Kursverluste übertrieben?

Die Aktien der Lockdown-Gewinner rutschen ab

Ein großer Teil der Kursverluste ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass die vielfältigen Einschränkungen durch die Pandemie größtenteils Geschichte sind. Inzwischen arbeiten wieder mehr Leute im Büro, kochen weniger zu Hause und kaufen auch wieder mehr im stationären Handel. Das lässt befürchten, dass die beiden Unternehmen die besten Zeiten bereits hinter sich haben.

HelloFresh wächst und wächst

Aber die Quartalszahlen von HelloFresh haben vor wenigen Tagen bewiesen, dass die Befürchtungen unbegründet sind. Das Wachstum hat sich zwar deutlich verlangsamt. Noch im letzten Jahr konnte man in manchen Quartalen Umsatzverdoppelungen beobachten. Aber von dieser deutlich größeren Basis ausgehend wächst HelloFresh nun einfach weiter in dem Tempo, das man auch vor Beginn der Pandemie erreicht hat.

HelloFresh kämpft allerdings immer noch mit den Folgen des rasanten Wachstums. Denn HelloFresh muss nun viel Geld in die Ausweitung seiner Kapazitäten stecken. In diesem Jahr werden daher bis zu 500 Mio. Euro investiert. Das belastet in diesem Jahr auch den Gewinn. Schon im ersten Quartal konnte man die Folgen deutlich sehen. Der Gewinn vor Steuern ist von 138,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 49,3 Mio. Euro gefallen. Deutlich besser hat sich dagegen der Cashflow entwickelt. Der Free Cashflow lag bei beeindruckenden 120,7 Mio. Euro. Und das nach Abzug von 59 Mio. Euro an Investitionen!

Daher konnte HelloFresh es sich auch locker leisten, im Quartal eigene Aktien für 125 Mio. Euro zurückzukaufen, ohne tief in die Cashreserven greifen zu müssen. Insgesamt wirft das Geschäft wirft also immer noch extrem viel Geld ab und wächst kräftig weiter. Genau deshalb ist die Aktie aus meiner Sicht aktuell günstig bewertet.

Zalando

Ganz ähnlich sieht es bei Zalando aus. In den letzten beiden Jahren ist das Unternehmen extrem stark gewachsen und hat deshalb nun mit schwierigen Vergleichen zu kämpfen. Im letzten Quartal beispielsweise ist der Umsatz um 1,5 % auf 2,2 Mrd. Euro gefallen. Für das Gesamtjahr rechnet aber auch Zalando mit einem soliden Wachstum um etwa 12 %.

Der Gewinn dagegen soll in diesem Jahr etwa auf Vorjahresniveau stagnieren. Trotzdem rechnet Zalando weiter damit, die für 2025 definierten Ziele zu erreichen. Demnach soll sich der Wert der über die Plattform verkauften Waren bis 2025 auf 30 Mrd. Euro verdoppeln. Da ein immer größerer Anteil auf Drittpartner entfällt, für deren Verkäufe Zalando eine Provision erhält, geht man gleichzeitig von einer steigenden Profitabilität aus.

Konkret bedeutet das also, dass sich der Gewinn bis 2025 mehr als verdoppeln dürfte. Im letzten Jahr lag der Gewinn je Aktie bei 0,88 Euro. Aktuell wirkt die Aktie bei einem Kurs von 33,21 Euro zwar noch nicht wie ein Schnäppchen. Aber wenn Zalando seine Ziele erreicht und von da aus weiter wachsen kann, sieht das Bild schon ganz anders aus.

Der Artikel HelloFresh und Zalando: Was steckt hinter dem Ausverkauf der Lockdown-Favoriten? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien von HelloFresh und Zalando. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Zalando.

Motley Fool Deutschland 2022

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