Wie sich die HelloFresh-Aktie 2021 erneut verdoppeln könnte

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
HelloFresh
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Während die meisten Menschen unter der Last der Corona-Krise ächzten, erlebte HelloFresh (WKN: A16140) ein fantastisches Jahr 2020. Dank der neuen Verbrauchergewohnheiten konnte das Liefernetzwerk sowohl eine Menge Kunden gewinnen als auch einen Entwicklungssprung vollziehen.

Das hat auch die Aktionäre begeistert. Die HelloFresh-Aktie hat sich 2020 nicht nur verdoppelt, sondern sogar mehr als verdreifacht, womit sie zu den besten Investitionen 2020 gehörte. Da stellt sich für mich die Frage, ob nach diesem tollen Aufstieg in diesem Jahr eine Verschnaufpause ansteht — oder sogar eine weitere Kursverdopplung möglich ist.

Der Erfolg von HelloFresh in Zahlen

Dass sich Leute mitten in einer Pandemie seltener aus dem Haus trauen und gerne die Angebote von E-Commerce-Unternehmen und Lieferdiensten in Anspruch nehmen, ist naheliegend. Die sowieso bereits auf Wachstum ausgerichtete HelloFresh war auf diese Situation perfekt vorbereitet: Um rund 110 % stieg im abgelaufenen Jahr das Geschäftsvolumen.

Neben dem Aspekt, dass es für Kunden bequem ist, frische Lebensmittel nach Hause geliefert zu bekommen, kann HelloFresh auch mit einer guten Umweltbilanz und einem Beitrag zur gesunden Ernährung der Bevölkerung punkten. Mehr als 5 Millionen Kunden in 14 Ländern auf 3 Kontinenten machen bereits mit.

Auch bei der Profitabilität geht es in die richtige Richtung. Am 9. Dezember hob das Management um Dominik Richter die Erwartung für die bereinigte Gewinnmarge vor Abschreibungen (EBITDA) von rund 12 % auf rund 13 % an. Das Management betont auch die ausgeprägte Fähigkeit zur Barmittelgenerierung: In den ersten drei Quartalen 2020 wurde ein freier Cashflow von 361 Mio. Euro erwirtschaftet.

Auf dem Weg zur erneuten Verdopplung

HelloFresh hat noch eine sehr lange Startbahn, um weiter Fahrt aufzunehmen. Die Vision lautet nicht geringer, als die weltweit führende integrierte Gruppe für Mahlzeiten zu schaffen. Gerade vor wenigen Tagen wurde die amerikanische Factor75 in den Konzern integriert, eine Art Essen auf Rädern, das höchste Qualität mit frischen Zutaten verspricht. Über solche ergänzenden Zukäufe und den Eintritt in neue Märkte kann HelloFresh seine Expansion beschleunigen.

Und mit jedem neuen Kunden und jedem neuen Partner wird die Plattform stärker. Sowohl der Einkauf als auch das Ausrollen neuer Angebote und die Auslieferung werden effizienter.

Nach dem verrückten Jahr 2020 erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 % in diesem Jahr. Aber genügt das für eine Kursverdopplung? Beim Jahresschlusskurs von 63 Euro müsste die Aktie auf 126 Euro steigen, was einer Marktkapitalisierung von stolzen 22 Mrd. Euro entspricht. Das impliziert für mich die Erwartung, dass die Nettogewinne im Laufe des Jahrzehnts die Schwelle von 1 Mrd. Euro überschreiten werden.

Davon ist HelloFresh im Moment noch meilenweit entfernt, aber daran wird es nicht scheitern. Immerhin sind die Umsätze schon einmal auf über 1 Mrd. Euro pro Quartal angestiegen. Für 2022 dürfte die Marke von 5 Mrd. Euro fallen und die 10 Mrd. Euro kommen dann mittelfristig in Sichtweite. Das wäre dann sicherlich eine gute Basis, um auch profitseitig eine Menge in Bewegung zu setzen.

Genau das hat das Management auch vor: Bis zu 15 % vom Umsatz sollen als bereinigtes EBITDA anfallen. Unter dem Strich wäre damit ein Nettogewinn von mehr als 1 Mrd. Euro möglich.

Auf was ich jetzt bei der HelloFresh-Aktie achte

Soweit sich also bis zum Jahresende abzeichnet, dass die Erfolgsgeschichte noch lange weitergehen wird, würde es mich nicht überraschen, wenn der Kurs von HelloFresh sich erneut zumindest verdoppelt. Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie sich die Kennzahlen im Jahresverlauf entwickeln, sondern auch, was Anleger zum Jahresende über den mittel- und langfristigen Ausblick denken.

Entscheidend ist die Fähigkeit, zunehmende Größenvorteile zu generieren, um dem intensiven Wettbewerb zu enteilen. Ein Selbstläufer wird dies jedoch nicht, weshalb wir sehr genau beobachten sollten, wie gut es gelingt, für langfristige Wachstumspotenziale zu sorgen und einem Preiskampf durch überlegene Dienstleistungen auszuweichen. Klar ist für mich jedenfalls, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist bei der HelloFresh-Aktie.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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