Heliosgelände: Feiern bevor der Bagger kommt

Ehrenfeld. Die fünfte Auflage könnte die vorerst letzte sein: Das Heliosfest wird am kommenden Wochenende - am Samstag und Sonntag 9. und 10. September, gefeiert. Ob und und wie es mit dem bunten Kulturfest weitergeht, ist unklar, denn Teile des Areals, auf dem gefeiert wird, sollen vom kommenden Jahr an Baustelle sein.

Das Musikprogramm wird auf zwei Bühnen präsentiert. Unter anderem wird der kölsche Musikgeschmack durch Miljöh, Lupo und JP Weber bedient. Außerdem sind angesagt Zoum Sondy, Red Eye, Dan O' Clock, Divine Sofa, Nerve Guns, Eddy Bunaya sowie "special guests". Zwischen den beiden Bühnen an der Vogelsangerstraße und der Heliosstraße ist eine bunt gemischte Budengasse aufgebaut, auf der sich lokale Initiativen und Händler sowie Imbissstände mit Spezialitäten verschiedenster Küchen präsentieren.

Der Eintritt zum Heliosfest ist frei. Samstag von 14 bis 22 Uhr und Sonntag von 11 bis 22 Uhr darf gefeiert werden. Von Anfang an war der Szeneclub "Underground" an der Vogelsanger Straße einer der wichtigsten Unterstützer des Heliosfestes. Mit dem Fest sollte stets die kulturelle Vielfalt des Viertels präsentiert und zugleich die Bedeutung der Kultur an diesem Standort betont werden.

Ob und wie viel an kulturellen Angeboten es künftig im Bereich Vogelsangerstraße/Heliosstraße geben wird, ist offen. "Im Werkstattverfahren zur künftigen Nutzung des Geländes wurde von den Bürgern gefordert, dass Kultur erhalten bleibt", sagt Underground-Betreiber Micki Pick. "Vielleicht bin ich ja naiv, aber ich vertraue darauf, dass die Politiker den Bürgerwunsch ernst nehmen." Konzerte, Partys und Ausgehen sind aber auch nach der allerletzten Party im "Underground" am Freitag, 15. September, möglich. Micki Pick wird um die Ecke im ehemaligen "DQE"-Gebäude an der Heliosstraße bis Anfang 2019 weitermachen können.

Was danach passiert, hängt letztlich davon ab, ob die zur Bauwens-Gruppe gehörende Projektentwicklungsgesellschaft genügend Raum für Kultur und Ausgehen zu schaffen bereit ist. Ihr gehört der Großteil des ehemaligen Industriegeländes Helios. Bis Mitte 2012 war ein Einkaufszentrum in der Diskussion. Paul Bauwens-Adenauer rückte dann von den Shopping-Center-Plänen ab und gab damit die Zustimmung für ein Schulbau-Vorhaben, das die Schuldezernentin für das Heliosgelände ins Gespräch gebracht hatte.

Als Baugrundstück für die Schule kommt nur der Teil des Heliosgeländes in Frage, auf dem sich noch der Szeneclub "Underground" befindet. Das 12 000 Quadratmeter große Grundstück hat die Stadt bereits gekauft. Der Rest des Geländes mit Baugrundstücken am Ehrenfeldgürtel und an der Heliosstraße ist für Wohnen, ein wenig Gewerbe sowie für Kultur vorgesehen.

So geht es weiter auf dem Gelände

Das "Underground" - eine ehemalige Werkstatt - soll schon kurz nach der letzten Veranstaltung abgebrochen werden. Die Arbeiten werden von der zur Bauwens-Gruppe gehörenden Projektentwicklungsgesellschaft Ehrenfeldgürtel (PE) ausgeführt.

Bis 31. Januar 2018 wird die PE das für einen Schulbau vorgesehene Gelände frei räumen lassen. Anschließend wird das Gelände an die Gebäudewirtschaft übergeben. Die wiederum beginnt - laut Zeitplan - vom 1. Februar 2018 an damit, den Boden zu sanieren und die Baugrube auszuschachten. Mit Beginn des Jahres 2019 starten die Hochbauarbeiten. Bis Sommer 2022 sollen die Schulen fertig sein.

Die Heliosschule hat ihren Grundschulbetrieb in Sülz schon aufgenommen. Die Gesamtschulklassen starten mit dem Schuljahr 2018/19 im Schulgebäude Overbeckstraße. (Rös)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta