Mindestens zwei Tote durch Wirbelsturm "Katia" im Osten von Mexiko

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Hochwasser im Fluss Tecolutla

Während der Süden von Mexiko noch mit den Folgen des schweren Erdbebens kämpft, hat Wirbelsturm "Katia" im Osten des Landes mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Der Hurrikan traf am Freitagabend (Ortszeit) in Tecolutla im Bundesstaat Veracruz auf die mexikanische Atlantikküste. Die Zahl der Erdbebentoten an der Pazifikküste stieg derweil auf mindestens 61. Rettungskräfte suchten in den Trümmern weiter nach Verschütteten.

"Katia" traf als Wirbelsturm der Kategorie eins auf Land, wurde in der Nacht zum Samstag aber zum Tropensturm herabgestuft. Der Sturm brachte kräftigen Regen mit sich. Bei einem dadurch ausgelösten Erdrutsch in Xalapa, der Hauptstadt des Bundesstaates Veracruz, starben zwei Menschen, wie Zivilschutzchef Luis Felipe Puente im Fernsehsender Televisa sagte.

Durch Überschwemmungen an zwei Flüssen im Bundesstaat Veracruz seien 235 Häuser zerstört worden, 900 Bewohner seien davon betroffen. Allerdings seien die Schäden insgesamt geringer als erwartet, sagte Puente. Das US-Hurrikan-Zentrum hatte zuvor vor "lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Schlammlawinen, insbesondere in bergigen Regionen" gewarnt.

In Tecolutla begutachteten die Bewohner am Samstag die Schäden. Bäume waren entwurzelt, vor allem einfach gebaute Häuser waren schwer beschädigt. Der in Erwartung des Sturms abgeschaltete Strom wurde wieder eingeschaltet.Präsident Enrique Peña Nieto machte sich ein Bild von den Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben der Stärke 8,2, das sich am späten Donnerstagabend (Ortszeit) vor der mexikanischen Südküste ereignet hatte. Er besuchte die 100.000-Einwohner-Stadt Juchitán de Zaragoza, wo die stärksten Zerstörungen festgestellt wurden. Die Zahl der geborgenen Toten stieg auf 61, zudem wurden mehr als 200 Verletzte gezählt.

Soldaten, Polizisten und Helfer lieferten sich im Erdbebengebiet einen Wettlauf mit der Zeit, um Überlebende des Bebens aus den Trümmern zu bergen. Vom Erdbeben am stärksten betroffen war der Bundesstaat Oaxaca, wo nach jüngsten Angaben mindestens 46 Menschen ums Leben kamen. Die übrigen Todesopfer wurden aus den Bundesstaaten Chiapas und Tabasco gemeldet. Mehr als 260 Nachbeben erschütterten die Region.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übermittelte Peña Nieto ihr Beileid. Sie habe "mit großer Bestürzung" von dem schweren Erdbeben und den Nachbeben erfahren, erklärte Merkel, ihr "besonderes Mitgefühl" gelte den Angehörigen der Opfer "und all jenen, die ihr Hab und Gut verloren haben". Papst Franziskus sagte bei einem Gottesdienst in Kolumbien, er bete für "die, die ihr Leben verloren haben, und für ihre Familien".

Mexiko war im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein. In Mexiko treffen fünf tektonische Platten zusammen. Ihre Verschiebungen haben zur Folge, dass das Land zu den Gebieten der Erde gehört, in denen die stärksten Erschütterungen auftreten.