Held von Hamburg darf in Deutschland bleiben

Toufiq Arab darf dauerhaft in seiner neuen Heimat Hamburg bleiben. (Bild: dpa)

Einen so mutigen Mitbürger abschieben? Dieses Schicksal bleibt Toufiq Arab zum Glück erspart. Der einstige Flüchtling, der in der vergangenen Woche in Hamburg einen Messerstecher-Attentäter stoppte, hat nun ein unbefristetes Aufenthaltsrecht erhalten. „Es ist ein tolles Gefühl“, freut sich der Edeka-Auszubildende.

Auf so einen Mitbürger können die Hamburger wirklich stolz sein. Der aus Afghanistan stammende Edeka-Auszubildende Toufiq Arab zögerte am Freitag nicht, als Ahmad A. in seinem Supermarkt mit einem Messer einen Mann tötete und sieben Menschen verletzte. Der ehemalige Flüchtling verfolgte den Attentäter und stellte ihn mit der Hilfe von sechs Passanten auf offener Straße. Der Angreifer konnte festgenommen werden. Nun gibt es für den „Helden von Barmbek“ ein ganz persönliches Happy End: Er darf in seiner neuen Heimat bleiben.

Arabs Antrag auf ein unbefristetes Niederlassungsrecht wurde nur wenige Tage nach der Heldentat bewilligt. „Es ist ein tolles Gefühl“, sagte der 21-Jährige der „Bild“-Zeitung. „Ich freue mich sehr.“ Der Afghane war 2012 als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling in die Hansestadt gekommen. Seit er 18 war, hatte er eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Die Wende brachte laut „Bild“ im September 2016 der Ausbildungsplatz bei Edeka. Arab habe deshalb im Juli ein unbefristetes Niederlassungsrecht beantragen können. Dieser Antrag wurde nun bewilligt.

Die Männer, die den Attentäter überwältigten, wurden mit einem Preis geehrt. (Bild: dpa)

Der 21-Jährige hatte am Freitag die Verfolgung des Messerangreifers aufgenommen, obwohl ihm die Gefahr bewusst war. „Ich dachte, er wäre ein Terrorist mit Waffe“, hatte Arab nach seiner Heldentat gesagt. Trotzdem habe er nur gedacht: „Ich muss ihm das Messer wegnehmen und verhindern, dass noch mehr Menschen Opfer werden.“ Aus seiner Heimat kenne er den Krieg. Nach der Bluttat habe er einige Nächte lang schlecht geschlafen. Schon am Sonntag aber war der Azubi wieder in dem Edeka-Markt in Hamburg-Barmbek, um bei den Vorbereitungen für den nächsten Tag zu helfen.

Laut der Zeitung „Die Welt“ ist unklar, ob Arabs Heldentat Einfluss auf die Bewilligung seines Antrags auf unbefristetes Niederlassungsrecht hatte. Am Tag vor der guten Nachricht waren er und seine sechs Mitstreiter mit dem Ian-Karan-Preis für Zivilcourage geehrt worden. Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer würdigte die Männer als „Helden von Barmbek“. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Messerangriff übernommen. Ein radikal-islamischer Hintergrund der Tat liegt nahe. Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) oder einer anderen Gruppierung gebe es jedoch nicht. Der Täter war 2015 als Flüchtling aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland gekommen.