Helaba-Chef gelobt Besserung

Im abgelaufenen Jahr haben Niedrigzinsen tiefe Spuren in der Bilanz der Landesbank hinterlassen - der Vorstand ist trotzdem zufrieden.


Mehr als ein Dutzend Mal hat Herbert Hans Grüntker das Wörtchen „stark“ in seiner Rede benutzt, zwischendurch auch mal ein „spürbar“ und „deutlich“ eingeflochten, um vor allem eine Botschaft zu unterstreichen: Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) will künftig ein besseres Ergebnis vorlegen als für das abgelaufene Jahr und wieder deutlich wachsen.

Man habe die Grundlage gelegt, um „unser Ergebnis in den kommenden Jahren spürbar zu steigern“, betonte der Helaba-Chef bei der Vorlage der Bilanz am Mittwoch. Und weiter: „Wir wollen unsere starke Position im Markt ausbauen.“

Doch dafür braucht die Helaba noch etwas Anlauf. Denn für das laufende Jahr hat Grüntker erst einmal nur ein stabiles Ergebnis angekündigt, das in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe liegen werde.

2017 haben die niedrigen Zinsen tiefe Spuren in der Bilanz der Landesbank hinterlassen. Der Vorsteuergewinn schrumpfte um knapp 19 Prozent auf 447 Millionen Euro. Insgesamt sei man dennoch mit der geschäftlichen Entwicklung und Ertragssituation zufrieden, so Grüntker, denn der Ergebnisrückgang sei geringer ausgefallen als erwartet.

Wegen der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sank der Zinsüberschuss 2017 um elf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das Handelsergebnis dagegen stieg von 146 auf 268 Millionen Euro. Zudem hat die Bank Rückstellungen für faule Kredite aufgelöst und musste weniger Vorsorge für ihre Schiffskredite im Umfang von etwa 200 Millionen Euro treffen. „Unsere Risikolage ist weiterhin entspannt“, sagte Grüntker.


Eine ganze Reihe von Sondereffekten zieht sich zudem durch die Bilanz. Die Refinanzierung von Fremdwährungsgeschäften belastete das Ergebnis mit 127 Millionen Euro, im Vorjahr war dieser Posten noch positiv. Hinzu kommen Abschreibungen von 68 Millionen Euro auf den Firmenwert der Frankfurter Sparkasse sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf die IT.

Künftig sollen Geschäftsbereiche wie die Immobilienfinanzierung, der Ausbau des Geschäfts mit Unternehmenskunden sowie neue digitale Projekte für Wachstum sorgen – ebenso wie Investitionen in die IT. „Eine Zinswende würde uns sicherlich noch weiter helfen, aber wir warten nicht darauf“, sagte Grüntker.