Heinevetter stützt Prokop und nimmt Mannschaft in die Pflicht

Heinevetter stützt Prokop und nimmt Mannschaft in die Pflicht

Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter hat Bundestrainer Christian Prokop das Vertrauen ausgesprochen und gleichzeitig die Mannschaft in die Pflicht genommen. Der Sport Bild sagte der Berliner Kult-Keeper: "Christian ist fachlich höchst kompetent. Als er Bundestrainer wurde, wollte Christian sein Ding allein durchziehen. Es zeugt von seiner menschlichen Größe, wie selbstkritisch und offen er die EM aufgearbeitet hat. Und trotzdem ist er noch absolut der Chef."
Nach dem enttäuschenden Hauptrunden-Aus bei der EM in Kroatien stand Prokop kurz vor dem Rauswurf, soll nun aber dennoch das Team zur Heim-WM 2019 führen. Mit zwei klaren Siegen in Leipzig und Dortmund gegen Serbien in der vergangenen Woche war der Nationalmannschaft der Neuanfang geglückt.
Fehler, so Heinevetter, habe nicht nur der Trainer, sondern auch die Mannschaft gemacht. Sie sei zu dünnhäutig gewesen. "Ich finde schon, dass wir manchmal zu empfindlich waren", sagte der 33-Jährige, "wir müssen auch damit klarkommen, wenn mal etwas nicht nach Wunsch läuft. Etwas überspitzt gesagt: Uns Spielern ist es doch fast egal, ob uns ein Müller, Meier oder Prokop trainiert. Wir wollen den Erfolg. Den will Christian auch. Und nun haben wir den Weg gefunden, wie das gemeinsam klappen wird."
Wichtig sei jedoch, dass Prokop die Taktik ändern wird. "Wir müssen und werden schneller spielen. Die Taktik wird nun mehr so ausgerichtet, dass die Stärken der Spieler am besten zum Tragen kommen", sagte Heinevetter und nannte als Beispiel Shooter Julius Kühn. "Julius muss man nicht den Ball geben, damit er etwas kreiert. Julius bekommt den Ball, damit er aufs Tor wirft. Taktik ist wichtig, aber sie darf nicht hemmen und den Spieler seiner Stärken berauben", erklärte Heinevetter.