Heinevetter erklärt Trainingseklat bei EM

Die verkorkste EM hat Silvio Heinevetter (2.v.r.) abgehakt

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft will nach der verkorksten Europameisterschaft in Kroatien unbedingt einen Neustart hinlegen. Mit zwei Test-Siegen zuletzt gegen Serbien wurden die ersten Schritte gemacht.

Das Personal, das ein gutes halbes Jahr vor der Heim-WM die Trendwende einleiten soll, bleibt aber bekanntlich beim Alten.

Christian Prokop wurde nach langer Diskussion im Amt des Bundestrainers bestätigt. Für Torwart Silvio Heinevetter die richtige Entscheidung:

"Prokop noch absolut der Chef"

"Christian ist höchst kompetent. Als er Bundestrainer wurde, wollte Christian sein Ding allein durchziehen. Es zeugt von seiner menschlichen Größe, wie selbstkritisch und offen er die EM aufgearbeitet hat. Und trotzdem ist er noch absolut der Chef", erklärte der 33-Jährige das Innenleben des DHB-Teams in der Sport Bild.

Allerdings spiele es für Heinevetter gar keine übergeordnete Rolle, wer als Bundestrainer das Ruder in der Hand habe: "Etwas überspitzt gesagt: Uns Spielern ist es doch fast egal, ob uns ein Müller, Meier oder Prokop trainiert. Wir wollen den Erfolg."

Mit dem Gerücht über einen vermeintlichen Trainingseklat vor dem abschließenden Hauptrundenspiel gegen Spanien bei der EM räumte der Torhüter auf: "Es gab keinen Abbruch. Wir dachten, dass wir locker anschwitzen. Christian wollte noch eine knackige Einheit."

Seit dem Hauptrunden-Aus in Kroatien sei allerdings viel passiert. Die Fehler wurden schonungslos aufgearbeitet. Es sei "Tacheles geredet" worden.

Prokop lässt Mannschaftsrat wählen

Eine weitere Maßnahme: "Auf Christians Wunsch hin haben wir nun einen gewählten Mannschaftsrat. Den besetzen Kapitän Uwe Gensheimer, Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und ich", verriet der Keeper der Füchse Berlin. "Wir haben unsere Kommunikation stark verbessert."

Zudem nehme Teammanager Oliver Roggisch zukünftig auf der Ersatzbank Platz.

All das habe dazu geführt, dass die Stimmung im Team wieder "lockerer" geworden sei. An Rücktritte wichtiger Nationalspieler vor der Heim-WM im Januar 2019, von denen nach der EM noch die Rede war, gehe Heinevetter deswegen nicht aus.