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Der heimliche Star der Premier League

Der heimliche Star der Premier League
Der heimliche Star der Premier League

Als Kind stand Brennan Johnson in der Kurve des City Ground und bewunderte seinen Helden Robert Earnshaw. Mittlerweile steht er selbst auf dem Feld und bekommt regelmäßig Nachrichten von David Beckham geschickt.

Johnson ist das neue aufstrebende Talent der Premier League. Trotz seines jungen Alters von 21 Jahren ist er bereits ein beinahe unersetzbarer Bestandteil von Aufsteiger Nottingham Forrest geworden. Johnson hat nach den beiden Arsenal-Überfliegern Bukayo Saka und Gabriel Martinelli in der Premier League die meisten Torbeteiligungen aller Spieler, die 21 oder jünger sind.

Aber woher kommt dieser unauffällige junge Mann, der sich auf die Zettel der englischen Eliteklubs gespielt hat? Was sind die Eigenschaften, die sein Spiel so besonders machen?

Eine Geschichte wie in einem Hollywood-Film

Es ist eine Geschichte, wie sie sich jede Nachwuchs-Akademie erträumt. Geboren am 23.01.2001 in Nottingham wechselte der achtjährige Brennan zu Forrest in die Nigel Dougthy Akademie. Sein Vater David Johnson, selbst Spieler bei den Tricky Trees, erzielte in 165 Spielen 50 Tore für den Traditionsklub.

Sohnemann Brennan durchlief eine Jugendmannschaft nach der anderen und machte sich schnell bei den Beobachtern des englischen Nachwuchsfußballs einen Namen. So kam es, wie kommen musste, und er feierte sein Debüt für die englische U16-Nationalmannschaft.

Doch anders als erwartet, entschied er sich, für Wales spielen zu wollen. Diese überraschende Entscheidung verdeutlicht allerdings, was für den Menschen Brennan Johnson wichtig ist.

So begründete er im Interview mit der Daily Mail seine Entscheidung: „Ich genieße es mehr für Wales spielen zu dürfen. Es fühlt sich mehr wie Familie für mich an. Jeder war nett zu mir und ich fühlte mich wohl.“

Die richtige Einstellung zum Sport

Seine Eltern haben ihn auf seinem Weg nie Druck gemacht. Speziell sein Vater versuchte ihm Selbstständigkeit und Vertrauen zu vermitteln: „Er hat während den Spielen nie etwas zu mir gesagt. Ich musste selbst eine Lösung finden.“

Die Jugendtrainer erkannten bei ihm Schwächen in der Arbeit gegen den Ball. Also stellten sie ihn in der U16 ins zentrale Mittelfeld. Johnson nahm die Aufgabe ohne zu Klagen an.

Ohnehin ist er im Gegensatz zu vielen anderen Hochbegabten immer bodenständig geblieben. Er verkaufte sich sogar unter Wert, wie Paul Bodin, sein ehemaliger U19-Coach bei Wales dem Guardian verriet: „Vor ein paar Jahren glaubte er nicht, wie gut er war. Normalerweise versucht man junge Spieler auf den Boden zu halten. Brennan war immer schon bodenständig.“

Der rasante Aufstieg im Herrenfußball

Das nächste Kapitel begann in der Saison 2020/2021 für ihn. Für die ersten Schritte im Erwachsenenfußball musste er sich bei Lincoln City in der League One durchbeißen.

Laut seinem damaligen Trainer Michael Appleton sah man sein Potenzial schon im ersten Spiel: „In den ersten 20 Minuten hat man sofort gesehen, was für einen Effekt er für unsere Mannschaft haben wird.“ Im zweiten Spiel für Lincoln City durfte er von Beginn ran und holte zwei Elfmeter raus.

Der 1,79 cm große Offensivspieler wird oftmals auf seine Geschwindigkeit und seine Torgefahr reduziert, aber Appleton bezeichnete ihn beim Guardian als kompletten Spieler und findet seine Stärken für einen jungen Spieler außergewöhnlich: „Es ist eine Sache schnell zu sein, aber eine andere das auch einsetzen zu können.“

Das Debüt in der Nationalmannschaft

Er führte weiter aus: „Wenn er den Ball bekommt versucht er sich immer aufzudrehen und nach vorne zu spielen. Er möchte Verantwortung übernehmen. Viele jungen Spieler wollen den Ball immer in den Fuß bekommen, aber er will den Ball hinter die Abwehr bekommen. Das ist außergewöhnlich und wichtig für jede Mannschaft.“

Bei Lincoln City spielte er auf sechs verschiedenen Positionen und erzielte in 40 Spielen zehn Tore. Appleton sieht ihn seiner Karriere auf einer bestimmten Position: „Ich sehe ihn als Stürmer. Mit seinen Qualitäten ohne Ball wird er in zentraleren Räumen noch mehr Tore schießen.“

Diese Entwicklung blieb dem walisischen Nationaltrainer Rob Paige nicht unbemerkt. Am 12. Dezember 2020 feierte Johnson sein Debüt in der walisischen Nationalmannschaft im Freundschaftsspiel gegen die USA. Auf dem Konto stehen bis dato 18 Spiele und zwei Tore für die Drachen.

Aufstieg mit Nottingham Forrest

In der Saison 2021/2022 kam er zurück zu Nottingham Forrest. Unter Steve Cooper fand er seinen Förderer und entwickelte sich zum Stammspieler.

Mit 18 Toren war er ein maßgeblicher Faktor für den Wiederaufstieg. Nach 23 Jahren Abstinenz schaffte Nottingham Forrest die langersehnte Rückkehr in die Premier League.

Anpassungsschwierigkeiten in der Premier League

Zu Beginn der Saison hatte Johnson Probleme, sich an die Liga zu gewöhnen. Nottingham Forrest startete mit schwachen sechs Punkten nach zwölf Spielen in die Saison. Der Verein hielt aber an Cooper fest und er vertraute seinem Schützling - mit Erfolg.

Im Interview mit der Daily Mail berichtete Johnson über ein prägendes Erlebnis mit Thiago Silva: „Als wir gegen Chelsea und Thiago Silva gespielt haben, habe ich viel gelernt. Seine Positionierung war unglaublich. Da war ein Moment, als Gibbs-White einen Pass zu mir spielen wollte und er rausgerückt ist. Er hat mich ins Abseits gestellt.“

„Ich wusste sofort, dass ich mich daran anpassen muss. Also habe ich beim nächsten Mal meine Position angepasst und nicht im Abseits gestanden. Ich habe die ganze Zeit über seine Positionierung nachgedacht. Das konnte ich nur aus dem Spiel lernen.“

Dosenöffner für Brennan Johnson war sein Siegtreffer beim 1:0-Sieg gegen Leeds United. Seitdem explodierten seine Leistungen. Mittlerweile steht er bei sieben Toren und zwei Vorlagen nach 25 Einsätzen.

Begehrlichkeiten interessieren Brennan Johnson nicht

Steve Cooper verwundert diese Entwicklung nicht: „Wir freuen uns für Brennan. Es fühlt sich so an, als würde er hier hingehören, dass er in dieser Liga den Unterschied machen kann.“

Die Entwicklung von Johnson scheint dabei noch lange nicht zu Ende. Die größten Klubs der Insel haben ihn schon auf der Liste.

Aber der Ausnahmekönner möchte jetzt erstmal seinen Traum leben: „Ich spiele hier, seitdem ich acht bin und ging um die Ecke zur Schule. Jeder wollte für Forrest spielen. Ein lokaler Spieler bedeutet alles für mich.“