Technische Probleme: DHB-Frauen-Spiel verzögert sich

Auch wenn sich der Übertragungsbeginn auf SPORT1 (LIVE im TV und auf Facebook) wegen technischer Probleme aktuell verzögert:

Die Generalprobe gegen Island soll den deutschen Handballerinnen den letzten Schliff mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft geben. 

Im Hintergrund wird derweil geknetet, getapet - der Physio-Raum ist zurzeit so etwas wie die Herzkammer der WM-Vorbereitung.

Während die Mediziner unter Hochdruck an der Genesung der vielen angeschlagenen Spielerinnen um DHB-Kapitänin Anna Loerper arbeiten, fällt der Blick immer wieder an die Wand.

"Wir haben dort einen kleinen Countdown. Jeder Tag hat ein Blatt und dann wird runtergerissen. Die Vorfreude ist groß. Man merkt, dass es in die finale Vorbereitungsphase geht", sagte Loerper dem SID. "Die Tage werden auf jeden Fall gezählt."

Letzter Test LIVE bei SPORT1

Der Test gegen Island dürfte allerdings ein Muster mit eher überschaubaren Wert werden. Denn Bundestrainer Michael Biegler wird kein Risiko eingehen.

Spielerinnen wie Loerper (Muskelfaserriss in der Wade) und Rückraumspielerin Xenia Smits (Fingerbruch an Nichtwurfhand) werden geschont, der WM-Auftakt am Freitag kommender Woche in Leipzig gegen Kamerun hat höchste Priorität.

Und doch birgt das letzte Testspiel zumindest für einige Spielerinnen eine gewisse Brisanz. Für sie sind die Partien die letzte Gelegenheit, sich bei Biegler unter Wettkampfbedingungen für den finalen WM-Kader zu empfehlen.

Bis zum Vorabend des Turnierauftakts muss der Coach aus dem momentan 28-köpfigen Aufgebot einen Kader mit maximal 16 Spielerinnen benennen, im Laufe des Wettbewerbs dürfen dann noch zwei Feldspielerinnen und eine Torhüterin nachnominiert werden.

Torhüter-Frage noch offen

Die spannendste noch offene Frage ist die des Torhüter-Gespanns. In den erfahrenen Woltering (34) und Katja Kramarczyk (33) sowie Dinah Eckerle (22) stehen drei Top-Keeperinnen zur Verfügung, doch nur zwei werden zum Turnierstart wohl im Kader stehen. Die dritte kann während der WM noch nachrücken. 

Biegler lässt die wachsende Anspannung zumindest äußerlich kalt. Von Nervosität keine Spur. "Ich bleibe weiterhin entspannt", sagte der 56-Jährige. "Ich weiß, was wir uns nächste Woche noch erarbeiten müssen. Wenn man einen Fokus braucht, macht Nervosität als Sparringspartner keinen Sinn." Die Arbeit mit dem Team sei weiterhin "überragend", die Spielerinnen seien "sehr fokussiert".