Heike Makatsch über Medien-Erziehung: "Verbote der digitalen Welt sind anachronistisch"

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Der Science Fiction-Film "Zero" (ARD) nach dem gleichnamigen Roman von Marc Elsberg warnt vor einer digitalen Zukunft, in der wir die Kontrolle über unser eigenes Leben abgeben. Als Mutter dreier Töchter hält Hauptdarstellerin Heike Makatsch ein Verbot digitaler Medien jedoch für sinnlos.

Heike Makatsch-Festspielwochen in der ARD: Ende Oktober war die 50-Jährige im starken Mainzer
Heike Makatsch-Festspielwochen in der ARD: Ende Oktober war die 50-Jährige im starken Mainzer "Tatort: Blind Date" zu sehen. Nun folgt der "Near Future"-Thriller "Zero". Er beruht auf Marc Elsbergs gleichnamigen Science-Fiction-Roman. Darin lassen immer mehr Menschen ihre "ActApp" darüber entscheiden, was sie in ihrem Leben tun. (Bild: SWR / Bettina Müller)

In Marc Elsbergs Science-Fiction-Roman "Zero" lassen immer mehr Menschen die "ActApp" darüber entscheiden, was sie in ihrem Leben tun. Hinter der App steht ein Konzern mit zweifelhaften Zielen. Nun wurde der Stoff als "Near Future"-Thriller verfilmt (Mittwoch, 3. November, 20.15 Uhr, Das Erste). Als verwitwete Journalistin mit 17-jähriger Tochter kämpft die von Heike Makatsch gespielte Heldin gegen eine gefährliche Verpflechtung von Digitalindustrie, Politik und Datensammlern. 

Makatsch der digitalen Welt gegenüber durchaus aufgeschlossen

Im wirklichen Leben zeigt sich Makatsch der digitalen Welt gegenüber durchaus aufgeschlossen. Vor allem, was die Erziehung ihrer drei Töchter betrifft, zwei davon im Teenager-Alter: "Man kann natürlich Anregungen geben und Regeln einführen, damit die echte Welt ihren Platz und ihre Aufmerksamkeit behält. Was Kommunikation betrifft, halte ich ab einem gewissen Alter Verbote der digitalen Welt jedoch für anachronistisch. Das ist dann ungefähr so wie wenn meine Mutter früher sagte, dass ich um 22 Uhr zu Hause sein muss, obwohl alle anderen bis 24 Uhr ausbleiben durften."

Heike Makatsch: "Wir geben Daten ab und fördern so unsere Fremdbestimmung"

Trotzdem hält es die 50-Jährige für wichtig, dass wir nicht zu viel Kontrolle an "Apps" verlieren. Das in Roman und Film beschriebene Szenario, dass Menschen all ihre Entscheidungen abgeben, sieht sie bereits in unserer Gegenwart klar angelegt: "Apps werden für alles Mögliche benutzt. Um sich zu bilden, den Körper zu stählen, in Verschwörungstheorien abzutauchen oder seinen Partner kennenzulernen. Am Ende landen wir jedoch alle im selben Pool. Wir geben unsere Daten ab und fördern so unsere Fremdbestimmung."

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