Heidi Klum erzählt von ihrer neuen Modelinie und weshalb niemand sie für Modeschauen buchen wollte

Hinter den Kulissen von Heidi Klums Arbeit an der Esmara-Kollektion für Lidl. (Bild: Zur Verfügung gestellt von Esmara by Heidi Klum)

Heidi Klum ist in der Modebranche seit langem eine bekannte Größe. Sie modelt für Marken wie Victoria’s Secret und wirkt in TV-Shows wie Germany’s Next Top Model und Project Runway mit. Doch zum ersten Mal steht ihr Name hinter einer kompletten Modekollektion – und zwar in Zusammenarbeit mit Lidl. Die deutsche Schönheit machte mit dem Lebensmittelhändler gemeinsame Sache und kreierte Esmara by Heidi Klum: Heidi & the City – eine Kollektion, die ihr Debüt auf der New York Fashion Week machte.

„Lidl kam auf mich zu und fragte, ob ich Kollektionen für sie entwerfen will – ich war sehr überrascht“, erzählt Klum Yahoo Style über die Zusammenarbeit. „Sie wollten ins Modegeschäft einsteigen und ich sagte: ‚Um ehrlich zu sein, ist das eine extrem geniale Idee.’ Wenn man als Frau eine Sache weniger im Leben zu tun hat, ist das einfach großartig.“

Die Kollektion besticht durch auffällige Muster, die jede Frau tragen kann. (Bild: Zur Verfügung gestellt von Esmara by Heidi Klum)

Das Hauptmerkmal der Kollektion, die 84 günstige Teile in Klums eigene Supermarktecke bringt, ist die leichte Zugänglichkeit für alle. Sie verzichtete zwar auf die Kreation von Stücken, die zu „high fashion“ sind, doch mit Farben und Design konnte sie die Grenzen etwas aufweichen – in einem Tempo, das für echte Frauen in Ordnung ist.

„Ich denke, wenn man von all diesen extrem hochmodischen Stücken träumt… wann trägt jemand so etwas?“, fragte sie sich. „Wenn man eine Frau ist, die in der Regel zu Schwarz, Grau und Blau greift und irgendwie Angst davor hat, etwas abseits der Klassiker zu kaufen, will man nicht wirklich 300 Euro ausgeben. Ich denke, wenn es 50 Euro für einen kompletten Look sind, wird eine Frau etwas haben, dass stylischer ist als das, was sonst in ihrem Kleiderschrank zu finden ist.“

Das trendbewusste Model, das regelmäßig im Fernsehen auftritt, konnte in Hinblick auf Muster, Farben und Material die neuesten Trends einfließen lassen. Indem sie dafür auf klassische Teile wie Kapuzenpullis, Bomberjacken, Jeans und Anzüge setzt, kann sie einen größeren Kundenkreis ansprechen. Den „Wow“-Faktor erzielt sie mit Kobaltblau, Leopardenmuster und mit schwarzen Pailletten besetzten Teilen, die, wie sie den Frauen sagt, leichter zu tragen sind als gedacht.

Für die Präsentation der Kollektion fungierte Klum als Stylistin. Sie fand in Form einer international live übertragenen Modenschau in einem stilisierten Supermarkt in New York City statt. Für sie war es das Wichtigste, zu demonstrieren, wie flexibel sich die Teile der Kollektion kombinieren lassen.

Klum erklärt, dass es bei ihren Designs darum gehe, ganz gewöhnlichen Frauen den „Wow“-Faktor zu verleihen. (Bild: Zur Verfügung gestellt von Esmara by Heidi Klum)

 „Ich denke, viele Mädchen gehen zu ihrem Kleiderschrank, in dem jede Menge Zeug ist, aber sie denken: ‚Da ist nichts drin’. Aber ich denke, das liegt daran, dass sie nicht unbedingt wissen, was zusammenpasst“, sagt Klum. „Man muss es ihnen veranschaulichen, weil die Leute anderes zu tun haben und nicht aus der Branche sind. Das ist nicht ihr Job. Es ist mein Job, es ihnen leichter zu machen.“

Klum gibt zu, auf ihren Reisen und durch ihre Arbeit viele Orte kennengelernt zu haben, die ihr als Inspirationsquelle dienen. Doch für ihre Entwürfe lässt sie sich auf der Straße inspirieren.

„Es ist eine Sache, wenn man Stücke auf dem Laufsteg sieht und eine andere, wenn man einen Blick auf die Straße wirft und sieht, was die Menschen tatsächlich tragen. Man muss also immer die Augen offen halten, denke ich. Und all das beeinflusst dich und es ist das, was schließlich in die nächste Kollektion einfließt.“

Das Model sagt, die Verfügbarkeit für alle Größen ist wichtig für sie, da sie selbst bereits aus diesem Grund von Mode ausgeschlossen wurde. Klum erinnert sich, dass es in der Modewelt bereits in ihren Anfangstagen als Model „Größendiskussionen“ gab. Sie glaubt, dass sich das schon vor langer Zeit hätte ändern sollen.

„Ich habe versucht, Modeschauen zu machen, aber niemand wollte mich, weil sie mich als zu dick betrachtet haben“, sagte sie, „ob Sie es glauben oder nicht. Ich hatte zu viel Oberweite und meine Hüfte war zu breit. Sie sagten: ‚Du hast ein gebärfreudiges Becken, du passt nirgends rein.’ Das ist doch irre. Mode ist für alle, man kann niemanden wegen seiner üppigen Figur ausschließen oder weil er kleiner oder größer ist. Man kann nicht sagen: ‚Du passt nicht in die Modewelt.’ Das ist verrückt.“

Klum lässt sich auch weiterhin von echten Frauen in ihrem Leben inspirieren, etwa ihrem America’s Got Talent Co-Star Mel B — die nach Ansicht des Models großartig zu ihrer Kollektion passen würde.

Die Stücke werden in Deutschland ab 18. September erhältlich sein. (Bild: Zur Verfügung gestellt von Esmara by Heidi Klum)

„Sie hat vor nichts Angst. Sie liebt die Glitzerwelt. Sie würde vermutlich zum Beispiel die Leopardenhose mit der Glitzerjacke anziehen und dazu ein blaues Oberteil. Sie ist sehr kreativ, wenn es darum geht, Dinge zu kombinieren“, sagt Klum. „Ich muss ihr ein paar Sachen schicken… sie wird sauer sein, wenn ich ihr nichts gebe.“

Die Preise für die Stücke ihrer Kollektionen liegen zwischen 7,99 und 39,99 Euro – mit Ausnahme einer Echtlederjacke für 59,99 Euro. Esmara by Heidi Klum wird ab 18. September in den deutschen Lidl-Filialen und im Onlineshop erhältlich sein.

Kerry Justich