Heidfeld über BMW-Nordschleifen-Fahrt 2007: "Passte perfekt zum Auto!"

Ruben Zimmermann

Formel-1-Autos sind auf der legendären Nordschleife eine Seltenheit geworden. Den letzten Grand Prix in der "grünen Hölle" gab es im Jahr 1976. Mehr als 30 Jahre später holte BMW die Königsklasse für eine Demofahrt zurück. Nick Heidfeld hatte am 28. April 2007 die Ehre, einen BMW Sauber F1.06 auf der Nordschleife zu pilotieren. 13 Jahre später erinnert er sich zurück.

"Es war fantastisch. Eine unglaubliche Erfahrung. Obwohl ich so viele Jahre Formel 1 gefahren bin, ist das ein herausragender Moment in meiner Karriere", berichtet der damalige BMW-Sauber-Pilot im Podcast 'Beyond The Grid' und erklärt: "Vorher dachte ich, dass die Nordschleife für ein Formel-1-Auto nicht geeignet ist. Aber das stimmte nicht. Die Strecke passte perfekt zum Auto!"

"Die einzige Stelle, über die ich ein bisschen besorgt war, ist die, wo die GT-Autos manchmal abheben. Der Topspeed eines Formel-1-Autos war mehr als 300 km/h. Trotz der ganzen Downforce ist das eine Stelle, wo du abheben kannst. Davor hatte ich Angst, denn ich wollte nicht in den Bäumen landen und nicht an die Box zurückkommen. In allen anderen Passagen habe ich durchaus ein bisschen gepusht", erinnert er sich.

"Leider waren es keine richtigen Rennreifen, sondern nur Demoreifen. Aber es war unglaublich", so Heidfeld, der insgesamt drei Runden auf der Nordschleife abspulte. Vorbereiten konnte er sich unter realen Bedingungen natürlich nicht. "Ich habe die Kurven nicht gezählt. Aber es ist die schwierigste Strecke, die ich kenne. Ich kannte sie durch das GT-Spiel auf der PlayStation", verrät er.

"Ich habe es viel gespielt. Aber als Rennfahrer war ich natürlich ehrgeizig und wollte die bestmögliche Rundenzeit fahren. Meistens war ich nach einer halben Runde neben der Linie und habe wieder von vorne begonnen", lacht er und erklärt: "Daher kannte ich den letzten Teil der Strecke nicht gut! Ich durfte auch einige Runden im Formel BMW fahren. Das hat aber nichts gebracht. Die Formel BMW hat nur 140 PS."

"Das ganze Team dachte vor der Aktion, das sei eine gute Idee, toll fürs Marketing, Spaß. Aber je näher der Termin rückte, desto öfter rief mich [BMW-Motorsportdirektor] Mario Theissen an. So zwei, drei Wochen davor rief er mich jeden zweiten Tag an. Gegen Ende hin schon jeden Tag! Um mir zu sagen, dass ich nichts Verrücktes anstellen und das Auto crashen soll", lacht Heidfeld.

Letztendlich ging alles gut, und für den mittlerweile 42-Jährigen war es ein unvergessliches Erlebnis. Sein Respekt vor den Formel-1-Piloten, die noch echte Rennen auf der Nordschleife gefahren sind, sei dadurch allerdings nicht gewachsen. "Nein. Der war vorher schon riesig", betont Heidfeld.

Mit Bildmaterial von BMW.