Wunschkonzerte inklusive: Jailhouse Rock - Häftlinge in der JVA Heidering machen Radio

Im Berliner Gefängnis Heidering machen Gefangene Radio für Gefangene. Das Projekt «Radio Prison Beat» gehört zu den Raritäten in deutschen Gefängnissen

Die Gitter vor den Fenstern sehen sie nicht mehr. Konzentriert beugen sich Bülo, Erkan, Andy und Victor – so nennen sie sich – im Knast-Studio über Soundprogramme, sprechen Texte ins Mikrofon und stellen die nächste "Musik-Wunschkiste" zusammen. Sie führen auch Interviews für die Rubrik "Neues aus der Anstalt" mit Tipps für den Knastalltag. Im Berliner Gefängnis Heidering machen Gefangene Radio für Gefangene. Das Projekt "Radio Prison Beat" gehört zu den Raritäten in deutschen Gefängnissen.

Es gibt auch Grüße an die "Brechstange", einen Mitgefangenen. "Die Kollegen freuen sich, wenn man sie in der Sendung erwähnt", freut sich Erkan, der dreieinhalb Jahre wegen organisierten Drogenhandels absitzt. "Hier vergesse ich meinen Frust, ich verschwinde in Gedanken vorübergehend aus dem Gefängnis und schaffe etwas – das gibt mir Zufriedenheit, wenn ich zurück in meine Zelle muss", sagt der 34-Jährige. Und ganz selbstbewusst: "Ich habe vor, nach der Haft als DJ weiterzumachen. Den Künstlernamen hab ich schon: Black Beard (Schwarzer Bart). Den Namen sollte man sich merken."

Da grinsen auch die anderen. Bülo (29) ist schon seit Anfang 2016 dabei. Er habe sich wegen der Musik für die Mitarbeit beworben. Anfangs habe er keine Ahnung gehabt, und es sei auch komisch gewesen, die eigene Stimme zu hören. Aber von Mitgefangenen Feedback, ein Schulterklopfen zu bekommen, tue gut.

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