Heidemann erklärt Karriere für beendet

Britta Heidemann beendet ihre Karriere als Fechterin

Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann hat 656 Tage nach ihrem letzten Wettkampf nun auch offiziell ihre erfolgreiche Karriere als Leistungssportlerin beendet.

Die 35 Jahre alte Kölnerin erklärte am Freitag ihren lange erwarteten Rücktritt von der Planche. Bei ihrem letzten Wettbewerb am 17. April 2016 in Prag hatte die Degenfechterin die Olympia-Qualifikation für Rio de Janeiro verpasst.

"Volle Power voraus"

"Ich habe mich nach einem langen Überlegungsprozess entschieden, dass ich den Degen an den Nagel hängen werde", sagte Heidemann im Interview mit dem SID: "Ich möchte volle Power voraus in meine neuen Projekte starten."

Heidemann hat sich als Funktionärin bereits einen Namen gemacht. Sie wurde mit den meisten Stimmen in die Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt.

Außerdem ist die freie Unternehmensberaterin "Botschafterin Sport für Entwicklung" im Bund und seit dem vergangenen August Aufsichtsratsmitglied des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln.

Heidemann kann auf eine höchst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Höhepunkt waren die Olympischen Spiele 2008 in Peking, als sie nicht nur Gold gewann, sondern mit ihrer Mahnung zu mehr Diplomatie im Umgang mit dem chinesischen Regime weltweit zu einem der Gesichter der Spiele wurde.

China-Bezug

Die damals 25-Jährige lebte selbst einige Monate in China, spricht fließend Mandarin und schloss ihr Studium der chinesischen Regionalwissenschaften erfolgreich ab.

Außerdem gewann Heidemann noch zweimal Olympia-Silber (2004 in Athen und 2012 in London) und elf Medaillen bei Fecht-Weltmeisterschaften.

Vermissen werde sie vor allem den Moment, "wenn man im Fechten den letzten Treffer setzt. Das ist ein berauschendes Gefühl."