Heidel vs. Bierhoff: "Muss objektiv sein" - DFB-Manager sieht Missverständnis

Heidel vs. Bierhoff: "Muss objektiv sein" - DFB-Manager sieht Missverständnis

Sportvorstand Christian Heidel vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wegen dessen Aussagen zum Transfer von Leon Goretzka zu Bayern München heftig kritisiert. "Mir ist die Aussage aufgestoßen, dass er den Schritt von Leon nachvollziehen kann. Ich finde, dass der Manager der Nationalmannschaft objektiv sein muss", sagte Heidel am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Gastspiel der Schalker am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim VfB Stuttgart.
Bierhoff hatte sich in einem Bild-Interview zum ablösefreien Wechsel von Goretzka zum deutschen Rekordmeister im Sommer geäußert. "Ein ambitionierter Jung-Nationalspieler will Titel gewinnen und sitzt ungern mittwochs auf der Couch, wenn andere Champions League spielen", hatte Bierhoff erklärt.
Dafür zeigte Heidel wenig Verständnis. "Das darf jeder sagen, aber nicht der Manager der Nationalmannschaft", sagte Heidel. Bierhoff würde damit suggerieren, alle Nationalspieler müssten beim FC Bayern spielen. "Da spreche ich auch für andere Vereine", sagte Heidel. Jeder Klub freue sich, wenn ein Profi für die Nationalmannschaft berufen werde: "Aber wenn es dazu führt, dass man Angst haben muss, dass ein Spieler dann sofort zu den Bayern muss, ist das bedenklich."
Allerdings fühlt sich Bierhoff missverstanden. "Keinesfalls" habe er zum Ausdruck bringen wollen, Schalke würde die Champions League nicht erreichen können, sagte der Europameister von 1996 zu FUNKE Sport: "Das war nicht meine Absicht." Bierhoff präzisierte seinen Kommentar dahingehend, dass München in der Champions League stets "sehr weit kommt" und ein Spieler "mit Bayern immer die größten Chancen in der Champions League hat".
Bierhoff hatte die Schalker zudem dazu aufgefordert, Goretzka "nicht im Regen stehen zu lassen". Beim Heimspiel gegen Hannover 96 (1:1) war Goretzka von den Fans ausgepfiffen worden. "Es sollte jetzt langsam der Zeitpunkt gekommen sein, dass Schalke von niemandem Ratschläge oder Forderungen braucht. Wir mischen uns auch nicht bei der Nationalmannschaft ein. Das steht ihm nicht zu", sagte Heidel. 
Diese Kritik nahm Bierhoff, der eigenen Angaben zufolge nach drei vergeblichen Anrufen bei Heidel inzwischen mit Schalkes Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies telefoniert hat, jedoch nicht an: "Leon Goretzka war auf Schalke angegriffen worden und stand mit dem Rücken zur Wand. Es gehört zu meinen Aufgaben, Nationalspieler zu schützen. Ich will schon mit Blick auf die WM, dass Leon mit Selbstvertrauen und Energie zu uns kommt."