Das sind die heißesten Trade-Kandidaten der NFL

Vincent Wuttke
·Lesedauer: 6 Min.

Die Cleveland Browns brauchen nach dem Kreuzbandriss von Superstar Odell Beckham Junior noch einen starken Receiver im Playoff-Rennen. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr, um die Lücken zu füllen.

Auch bei den Dallas Cowboys könnte trotz der Vertrauens-Aussage von Besitzer Jerry Rice bezüglich Andy Dalton noch ein Trade anstehen. Nach dem Ausfall von Star-Quarterback Dak Prescott reißen die Gerüchte über eine Verstärkung nicht ab.

Die NFL-Teams können nur noch bis Dienstag handeln, dann endet die Wechselfrist in der Liga.

SPORT1 zeigt, welche Stars bis zur Deadline noch ein neues Team finden könnten und welche potenziellen Abnehmer es gibt.

Ryan Fitzpatrick

Der 37 Jahre alte Quarterback begann die Saison bei den Miami Dolphins in starker Form. Er warf für 1525 Yards und zehn Touchdowns und lief zudem zwei mal selbst in die Endzone. Nach Woche sechs folgte aber trotz der 3:3-Bilanz der Schock: der Altmeister musste dem Nummer-eins-Pick Tua Tagovailoa Platz machen. Fitzpatrick reagierte geschockt. "Mein Herz schmerzte einfach den ganzen Tag", gestand er." Natürlich haben wir in der Vergangenheit darüber geredet, dass ich der Platzhalter bin und dass das irgendwann passieren wird", so der Routinier weiter.

Zumindest hat er sich ins Schaufenster gespielt und ist durch seinen auslaufenden Vertrag wohl günstig zu erwerben. Die Dallas Cowboys sind laut NFL-Insider Ian Rapoport heiß auf "Fitzmagic", weil mit Prescott-Ersatz Andy Dalton zuletzt nichts lief und mit dieser einer Gehirnerschütterung ausfällt. Auch die Jacksonville Jaguars sind mit ihrem Passgeber unzufrieden und ein mögliches Ziel. Gardner Minshew spielt eine schwache Saison und ist nun auch noch mit einer Daumenfraktur verletzt. Wahrscheinlicher ist aber der Wechsel nach Dallas.

Tyrod Taylor

Eigentlich war Tyrod Taylor der Stamm-Passgeber der Los Angeles Chargers. Doch vor Woche zwei verletzte ihn ein Teamarzt bei der Behandlung einer Rippenblessur an der Lunge - und Taylor drückt seitdem die Bank. Sein Nachfolger Justin Herbert, immerhin Erstrunden-Pick im Draft 2020, hat seine Chance mit zwölf Touchdowns in fünf Partien genutzt.

Taylor hat keine großen Möglichkeiten. Dem 31-Jährigen stehen wie Fitzpatrick wohl auch nur die Türen nach Dallas oder Jacksonville offen - zumindest als potenzieller Starter. Bei allen anderen Teams wäre der langjähriger Anführer der Buffalo Bills ebenfalls nur Ersatz.

Stephon Gilmore

Die Playoffs sind für die New England Patriots in diesem Jahr außer Reichweite - und das macht einen Abgang von Star-Cornerback Stephon Gilmore möglich. Der "Defense Player of the Year" des vergangenen Jahres könnte dem Team von Bill Belichick einige frühe Picks für kommende Drafts einbringen und damit den Umbruch vorantreiben. Allerdings: Laut Rapoport hat sich der 30-Jährige am Donnerstag das Knie verdreht. Das könnte mögliche Abnehmer abschrecken.

Ein möglicher Hammer-Deal wäre ein Transfer zu den San Francisco 49ers. Dort sind Richard Sherman und Jimmie Ward noch außer Gefecht und der Super-Bowl-Teilnehmer von 2020 braucht für die hohen Ziele Starpower.

Will Fuller

Eines steht bei den Houston Texans fest: alles ist möglich bei der Franchise. Das zeigte der Abgang von DeAndre Hopkins vor der Saison zu den Arizona Cardinals. Sein langjähriger kongenialer Receiver-Partner Will Fuller steht nun auch vor einer Abreise aus Houston.

Laut mehreren Berichten zeigen die Green Bay Packers seit Wochen Interesse an dem Passfänger. Nun hat sich auch der Weg zu den Cleveland Browns eröffnet. Odell Beckham Jr. fällt für den Rest der Saison aus und die Franchise sucht einen Ersatz für ihn mit Erfahrung. Fuller passt mit seinen 26 Jahren und viereinhalb Spielzeiten perfekt in die Anforderungen. Zudem ist er in Houston für tiefe Routen bekannt gewesen und könnte Jarvis Landry als Mann für die kurzen Pässe sehr gut ergänzen.

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Kenny Stills

Der Texans-Teamkollege von Fuller ist ebenfalls ein Kandidat für einen Wechsel. Auch an ihm sind die Packers interessiert. Jedoch gilt es als wahrscheinlich, dass die Texans nur einen der beiden Receiver abgeben. Zu den Browns passt seine Spielweise nicht so gut wie die von Fuller und Stills hat gerade einmal 138 Yards auf seinem Konto stehen in dieser Saison. Er dürfte also bei der Konkurrenz nicht ganz oben auf dem Wunschzettel stehen.

Eventuell könnte er aber zu den Patriots gehen. Dort gibt es neben Julian Edelman keinen Passempfänger auf starkem Niveau.

David Njoku

Der Erstrunden-Pick der Cleveland Browns von 2018 ist in der dritten Saison hinter den Erwartungen zurück. 83 Yards ist ein schwacher Wert. Das macht den verletzungsanfälligen Tight End zu einem potenziellen Trade-Opfer. Zumal Austin Hooper für Spielmacher Baker Mayfield bisher deutlich wichtiger war. Ein weiterer Grund für einen Tapetenwechsel: Njoku ist im letzten Jahr seines Rookie-Vertrages und wird danach deutlich teurer für die Browns.

Bleibt Njoku für längere Zeit fit, ist der 24-Jährige eine Hilfe für nahezu jedes Team. Aktuell könnte er die Probleme bei den Philadelphia Eagles oder den Patriots wohl lösen. Vor allem den Patriots fehlt nach dem Ende der Gronkowski-Ära ein starker Star auf der Position.

Dwayne Haskins

Der Erstrunden-Pick von 2018 erlebt eine Horrorsaison statt dem großen Durchbruch beim Washington Football Team. Nach dem vierten Spieltag wurde er zum Ersatz hinter Kyle Allen degradiert. Nun ist auch der erfahrene Alex Smith nach seiner Verletzungs-Odyssee zurück. Auf Dauer könnte Haskins zur Nummer drei im teaminternen Quarterback-Ranking werden.

Aber wohin mit dem unerfahrenen 23-Jährigen, der seine NFL-Tauglichkeit noch nicht nachgewiesen hat? Er wäre wohl nur für Teams interessant, die ihn in Ruhe entwickeln wollen und einen erfahrenen Starter haben - wie die Pittsburgh Steelers oder Indianapolis Colts. Unter Umständen könnten die Jaguars einen Deal riskieren.

Takkarist McKinley

2017 stach er beim Draft noch heraus. Nachdem ihn die Atlanta Falcons in der ersten Runde auswählten, kam er mit einem riesigen Bild seiner Oma auf die Bühne. Seitdem verschwindet der Pass-Rusher aber immer mehr in der breiten Masse. In nun vier Spielzeiten kam er auf lediglich 17,5 Sacks - in dieser Saison bisher sogar nur auf einen.

Die Seattle Seahawks haben die Fühler nach Verstärkungen in der Defensive ausgestreckt und spielen ein ähnliches System. Der Trade des 24-Jährigen würde also Sinn machen.

John Ross

Der Receiver sorgte bereits für einen Mega-Wirbel, als er noch nicht einmal in der NFL spielte. Er knackte beim Draft 2017 den Rekord beim 40-Yard-Sprint mit 4,22 Sekunden. Niemals war jemand schneller. Danach kam aber nicht mehr viel. Die Cincinnati Bengals wählten den in der ersten Runde aus und der 24-Jährige ist seitdem meistens verletzt.

Nur 733 Yards in dreieinhalb Spielzeiten sind weit unter dem Durchschnitt eines Passfängers. Ross hat aber kürzlich seinen Trade-Wunsch erneuert.

Jordan Howard

Der stämmige Runningback hatte bei den Chicago Bears 2016 und 2017 starke Jahre mit jeweils deutlich mehr als 1000 erlaufenen Yards. Danach wurde es immer ruhiger um den 25-Jährigen. In der aktuellen Saison kommt Howard gerade einmal auf 14 Yards bei den Dolphins.

Es gibt wohl Anfragen für den Ballträger. Sinn würde ein Trade zu den Buffalo Bills machen. Zudem gibt es bei den New York Jets eine Lücke nach der Vertragsauflösung mit Le'Veon Bell.