Showdown gegen Schweiz! Das spricht für Deutschland

Jonas Nohe
Der Medaillenkampf beginnt! Die deutschen Eishockey-Cracks fordern die Schweiz im Achtelfinale

Vorne eiskalt, hinten unüberwindbar und mit Nerven aus Stahl: Auf beeindruckende Weise machten die deutschen Eishockey-Cracks gegen Norwegen den ersten Sieg bei Olympia seit 16 Jahren perfekt.

Ein Stück Geschichte haben Christian Ehrhoff und Co. damit schon geschrieben - jetzt beginnt die historische Medaillenjagd. Gegen die Schweiz steht am Dienstag (ab 13.10 Uhr im LIVETICKER) das erste K.o.-Duell an, der Sieger qualifiziert sich fürs Viertelfinale.

Im letzten Testspiel vor Olympia hatte das Team von Bundestrainer Marco Sturm gegen die Eidgenossen mit 2:1 nach Verlängerung knapp die Oberhand behalten - am Dienstag könnte es auf einen weiteren Krimi hinauslaufen.

"Es wird ein guter Gegner", hatte Sturm bereits prophezeit, als dieser noch nicht feststand, und gleichzeitig betont: "Aber im Endeffekt kommt es immer auf uns an."(Zeitplan der Olympischen Spiele)

Tore als Problem

Trotz des ersten Sieges im dritten Turnierspiel ist bei seinem Team noch Luft nach oben - insbesondere in Sachen Torgefahr. "Vielleicht können wir etwas hartnäckiger einen vor dem Torwart platzieren und ihm so die Sicht nehmen", schlug Marcel Goc mit Blick auf die magere Torausbeute von drei Treffern aus drei Spielen vor.


Im Penaltyschießen gegen Norwegen aber liefen die Deutschen plötzlich heiß: Patrick Hager, Matthias Plachta und Dominik Kahun schafften das seltene Kunststück, im Eins-gegen-Eins allesamt den Puck im Tor unterzubringen.

Schweden wartet im Viertelfinale

"Das Momentum müssen wir jetzt ins nächste Spiel mitnehmen. Wir sind alle heiß und freuen uns auf das wichtigste Spiel bei Olympia", meinte Torhüter Danny aus den Birken, der auf der anderen Seite alle norwegischen Penalty-Versuche unschädlich machte.

Nach Möglichkeit soll am Mittwoch direkt das nächste wichtigste Spiel folgen: Bei einem Sieg gegen die Schweiz ginge es im Viertelfinale gegen Schweden - und da ist aus der Vorrunde noch eine Rechnung offen.

"Gegen Schweden haben wir schon alle gemerkt, dass wir vielleicht sogar einen Tick besser waren - und haben uns dafür nicht belohnt", analysierte Patrick Hager. Allein vier Mal standen bei der bitteren 0:1-Niederlage gegen die Tre Kronor in der Gruppenphase Pfosten oder Latte im Weg.(Medaillenspiegel der Olympischen Spiele)

"Für uns ist vieles drin!"

Nicht nur deshalb meint Hager mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf: "Für uns ist vieles drin!" In der K.o.-Phase gehe es nun darum, "die paar Kleinigkeiten, die wir falsch gemacht haben, wieder richtig zu machen."

Ob das für einen Angriff auf die Medaillen reichen kann?

Zumindest spielt dem deutschen Team in die Karten, dass alle Nationen in Pyeongchang ohne ihre NHL-Stars auskommen müssen. Das olympische Eishockey-Turnier scheint offener denn je.


"Man merkt schon den Unterschied - und man merkt auch: Jeder kann jeden schlagen. Für uns ist es auf alle Fälle besser", erklärt Sturm.

Optimal lief es aus deutscher Sicht auch in Sachen Spielansetzung: Durch den Spielbeginn um 21.10 Uhr Ortszeit (13.10 Uhr MEZ) müssen die deutschen Fans nicht mitten in der Nacht aufstehen. Stattdessen spielen die deutschen Kufencracks umrahmt von den Entscheidungen in der Mixed-Staffel der Biathleten und in der Nordischen Kombination.

"Wir können jeden Gegner schlagen"

Zahlreiche Fans vor dem Fernseher, neu gewonnenes Selbstvertrauen und ein Gegner auf Augenhöhe: Alles ist angerichtet für ein deutsches Eishockey-Spektakel.

"Es sind keine Mannschaften da, vor denen wir in Ehrfurcht erstarren müssten", tönte Patrick Hager - auch wenn im Halbfinale wohl ein Duell mit Eishockey-Großmacht Kanada anstünde: "Wir können jeden Gegner schlagen."

Das Wort Medaille nahm er zwar noch nicht in den Mund - aber die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft will in Pyeongchang weiter Geschichte schreiben.

Im besten Fall mit dem ersten Olympia-Edelmetall seit 1976 in Innsbruck.