Heftige Reaktionen nach Trumps Aussage über „Drecksloch-Länder“

Donald Trump bringt mit seiner Aussage Politiker und Prominente gegen sich auf. (Bild: AP Photo)

Wie mehrere US-Medien berichten, soll Donald Trump Haiti und afrikanische Staaten als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet haben. Nun reagiert der ehemalige Präsident Mexikos mit einem heftigen Tweet. Etliche Prominente äußern sich ebenfalls.

In einer Besprechung über ein neues Einwanderungsgesetz soll Donald Trump sich verächtlich über Migranten aus Afrika und Haiti geäußert haben. Das Meeting mit zwei Senatoren und weiteren Teilnehmern fand im Weißen Haus statt. Sowohl die „Washington Post“ als auch die „New York Times“ berichteten am Donnerstag, Trump solle sich erkundigt haben, warum so viele Menschen aus „Drecksloch-Ländern“ in die USA kämen. Die Zeitungen berufen sich dabei auf Teilnehmer des Gesprächs.

Die Aussage des US-Präsidenten löste einen Sturm der Entrüstung aus. Mexikos Ex-Präsident Vicente Fox reagierte umgehend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und adressierte Donald Trump persönlich: „Ihr Mund ist das übelste Drecksloch der Welt. Mit welcher Befugnis verkünden Sie, wer in den USA willkommen ist und wer nicht? Amerikas Größe gründet auf Vielfalt, oder haben Sie Ihren Migrationshintergrund vergessen, Donald?“


Mit seiner abschließenden Frage erinnert Fox daran, dass Trump aus einer deutschen Einwandererfamilie stammt, die sich einst ein besseres Leben in Amerika erhoffte.

Die Regierung von Haiti gab unterdessen bekannt, dass man die Aussage Trumps „vehement verurteile“. Zudem fordere man ein Gespräch mit einem offiziellen Vertreter der Vereinigten Staaten. Der haitianische Botschafter in den USA, Paul Altidor, sagte gegenüber dem Fernsehsender „MSNBC“, Trump sei entweder „falsch informiert oder unzureichend gebildet“. Haitianer, so der Botschafter, haben an der Seite von US-Soldaten im Unabhängigkeitskrieg gekämpft und man trage nach wie vor viel zur amerikanischen Gesellschaft bei.

Anderson Cooper vom Sender „CNN“ verurteilte die Aussage des US-Präsidenten ebenfalls. In einer Nachrichtensendung musste der Moderator mit den Tränen kämpfen. Unter anderem sagte Cooper: „Die heute vom Präsidenten geäußerte Meinung ist rassistisch.“


Weiter sagte der Journalist: „Die Menschen von Haiti mussten mehr durchmachen, als unser Präsident in seinem ganzen Leben“ – eine Anspielung auf das schwere Erdbeben vom 12. Januar 2010, bei dem schätzungsweise 300.000 Menschen starben.


Bestseller-Autor und Trump-Kritiker Stephen King äußerte sich gleich in mehreren Tweets über die Aussage des US-Präsidenten. „Drecksloch-Länder? Im Ernst?“, schrieb der erfolgreiche Horror-Autor.


In einem zweiten Tweet schrieb King: „Warum sollten Menschen aus Norwegen immigrieren wollen? Die haben Krankenversicherung und eine höhere Lebenserwartung.“


Abschließend schreibt der „Es“-Autor: „Trump denkt vermutlich, dass ‚seine Basis‘ diese Ausdrucksweise gutheißt. Meine Vermutung ist, dass die meisten davon angewidert sind.“


Schauspieler Ron Perlman postete ein Foto von Donald Trump, wie dieser beim Nasenbohren zu sehen ist. Dazu schreibt Perlman: „Drecksloch“.


Der linke Filmemacher Michael Moore schrieb: „Um Stephen Colbert zu paraphrasieren, das sind keine ‚Drecksloch-Länder‘, da ihr Präsident nicht Donald Trump heißt.“


Talkshow-Host und Comedian Bill Maher twitterte: „Ein Präsident sollte wirklich mal prüfen, wo sein Land rangiert in den Bereichen Alphabetisierung, Kindersterblichkeit, Lebenserwartung, Infrastruktur, Einkommensungleichheit, prozentueller Anteil von Frauen in der Regierung, etc., bevor man sagt, wer das Drecksloch-Land ist.“