Hedgefonds-Manager mischt im Stada-Übernahmekampf mit


Der Hedgefonds Elliott des Investors Paul Singer hat sich beim Generikahersteller Stada eingekauft. Zum 4. Juli hielt Singer direkt 6,71 Prozent an dem Unternehmen, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Über Finanzierungsinstrumente hat sich Singer zudem die Option für weitere 1,98 Prozent an Stada gesichert.

Stada-Chef Engelbert Coster Tjeenk Willink hatte vergangene Woche erklärt, Elliott habe ihm in einem Brief eine Beteiligung angekündigt.

Stada steht gegenwärtig vor der Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven, die bei ihrem ersten Anlauf Ende Juni gescheitert waren, weil nicht genügend Aktionäre ihre Offerte angenommen hatten. Für den erneuten Vorstoß haben sie rund 20 Prozent der Anteilseigner auf ihre Seite gezogen und von ihnen feste Zusagen zum Verkauf ihrer Anteile erhalten.


Für Unsicherheit sorgt aber der Einstieg von Elliott, da der aktivistische Investor noch querschießen könnte. Elliott macht sich immer wieder das deutsche Aktienrecht zunutze, um bei Übernahmen mehr Geld für sich herauszuholen. Er hat noch offengelassen, wem er seine Anteile andienen würde.

Berühmt wurde Singer durch den Rechtsstreit mit Argentinien. Mit der früheren Regierung in Buenos Aires, deren Vorgängerin die Staatsinsolvenz erklärt hatte, verhandelte er mehr als zehn Jahre über die Rückzahlung von Anleihen, oft mit harten Bandagen. Beim Verkauf 2003 von Wella an Procter & Gamble setzte Elliott nach jahrelangen Prozessen einen höheren Kaufpreis durch.

Der New Yorker verwaltet 33 Milliarden Dollar. Ob Pensionsfonds oder Versicherungen, jeder will bei Elliott einsteigen. Seit der Gründung 1977 erwirtschaftete der Hedgefonds durchschnittlich 13,5 Prozent im Jahr – eine der besten langfristigen Renditen in der Branche.