Hebammenverband fordert mehr Unterstützung für Zunft der Geburtshelferinnen

Der Deutsche Hebammenverband hat mehr Unterstützung für die Zunft der Geburtshelferinnen gefordert. Aufgrund der schwierigen Arbeitsbedingungen übten Hebammen derzeit im Schnitt nicht mehr als sieben Jahre ihren eigentlichen Beruf, erklärte der Verband am Donnerstag anlässlich des internationalen Hebammentags.

Die Geburtshilfe sei seit Jahren unterfinanziert, und der Personalmangel verschärfe sich. Vor allem in Kliniken hätten sich die Arbeitsbedingungen für Hebammen verschlechtert. "Immer mehr Kreißsäle schließen", warnte der Verband. Trotz der derzeit leicht steigenden Zahlen von Hebammen sowie von Ausbildungs- und Studienplätzen könne der Hebammenmangel "nur behoben werden, wenn sich die Arbeitsbedingungen verbessern".

Der Hebammenverband forderte unter anderem eine bundesweit einheitliche Planung und neue Konzepte für die Versorgung rund um die Geburt, eine Personalbemessung in den Kreißsälen und weniger fachfremde Tätigkeiten für Hebammen. Auch die Akademisierung des Hebammenberufs müsse realisiert werden. Deutschland sei eines der letzten EU-Länder, in dem Hebammen noch nicht vollständig an Hochschulen ausgebildet werden.

Seit Jahren bereiten den freiberuflichen Hebammen, die in der Geburtshilfe tätig sind, die steigenden Haftpflichtprämien massive Probleme. Viele kehrten deshalb nach Angaben des Hebammenverbands der Geburtshilfe bereits den Rücken und betreuen Mütter nur noch vor und nach der Geburt. Dem Verband zufolge sind insgesamt noch rund 2600 Hebammen freiberuflich in der Geburtshilfe tätig. Sie begleiten gut ein Fünftel aller Geburten in Kliniken, Geburtshäusern und zu Hause.