Haus beschädigt: Diese Gefahr geht von Flugzeugen im Landeanflug aus

Normalweise haben Menschen nur Angst vor dem Fliegen. Dass es aber auch gefährlich sein kann, nur in der Nähe eines Flugzeuges zu sein, zeigt ein kurioser Fall aus Genf.

Ein heftiger Windstoß, ein lauter Knall und plötzlich krachen 20 Dachziegel vor die Tür eines Einfamilienhauses – glücklicherweise wurde durch die herabfallenden Ziegel niemand verletzt. Schuld an dem starken Luftdruck, der das Dach beschädigte, war eine Boeing 777-300 der Fluggesellschaft Emirates. Die Maschine steuerte am vergangenen Freitagabend die zwei Kilometer entfernte Landebahn des Flughafen Genfs an und überflog in circa 200 Metern Höhe die Gemeinde Genthod – und richtete dabei die Schäden an dem Einfamilienhaus an.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein solcher Vorfall bei einem Landemanöver eines Flugzeuges ereignet hat. Ein Sprecher des Genfer Flughafens erklärte gegenüber dem „Aviation Herald“, eine solche „Störung der Luftmasse“ käme höchstens ein bis zweimal im Jahr vor und hätte noch nie zu Verletzten geführt.

Physikalisch handelt es sich um das Phänomen der sogenannten Wirbelschleppen. Sie können bei jeder Phase des Fluges auftreten. Beim Fliegen entsteht hinter Flugzeugen natürlicherweise ein hoher Druck, denn hinter den Tragflächen wird die Luft sehr stark verwirbelt. Die Luftströmung ist nahezu unsichtbar. Vor einiger Zeit geriet ein Businessjet in die Wirbelschleppe eines Airbus A380 und erlitt einen Totalschaden. Aufgrund dieser starken Luftwirbel müssen Flugzeuge auf der Landebahn auch stets einen räumlichen und zeitlichen Mindestabstand bei Start und Landung einhalten, damit sich die Luftmassen wieder normalisieren können.

Da der Flugverkehr immer mehr zunimmt, warnte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) im Juni 2017 erneut vor den Gefahren von Wirbelschleppen. Vor allem hinter Großraumflugzeugen seien die wirkenden Kräfte immens. Da die Kraft der Wirbelschleppen von Maschine zu Maschine stark variiert, kann nie ganz genau abgeschätzt werden, wie groß der Sicherheitsabstand sein muss.