Hauptversammlung bei Curevac: So erklärt das Pharma-Unternehmen die geringe Wirksamkeit seines Impfstoffes

·Lesedauer: 2 Min.

Vergangene Woche hat das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac bekannt gegeben: Der produzierte Corona-Impfstoffkandidat der ersten Generation hat nach einer vorläufigen Auswertung eine Wirksamkeit von nur rund 47 Prozent erreicht. Eine Zulassung des Impfstoffs steht damit noch aus. Die Aktie fiel bis zu 50 Prozent, Politiker waren enttäuscht vom deutschen Unternehmen.

Auf der Online-Hauptversammlung, die am Donnerstag stattfand, erläuterte Vorstandschef Franz-Werner Haas den Investoren, welche Herausforderungen bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs bestehen.

Die geringe Wirksamkeit begründet Curevac vor allem mit den zahlreichen Virus-Mutationen: Die Studie wurde in einer sich schnell ändernden Umgebung durchgeführt. Die Daten basieren auf 134 Infektionsfällen mit rund 40.000 Teilnehmern. Laut dem Curevac-Chef konnte nur bei einem der 134 Fälle die ursprüngliche Wuhan-Variante nachgewiesen werden. Curevac begann mit seiner Studie im Dezember 2020, vier Monate später als die Konkurrenz.

An den Produktionsplänen hat sich nichts geändert

Zugleich betonte Haas, dass die Vorauszahlung der EU-Kommission von 450 Millionen Euro für die aus seiner Sicht gute finanzielle Lage des Unternehmens wichtig sei. Die EU hat sich bis zu 225 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs erster Generation sowie eine Option auf weitere 180 Millionen Dosen gesichert.

Für die Produktion seines Corona-Impfstoffkandidaten CVnCov arbeitet Curevac mit mehreren Unternehmen aus der Branche zusammen. Wie der Münchner Partner Wacker Chemie mitteilte, hält das Unternehmen trotz des Rückschlags für den Impfstoff an seinen Produktionsplänen fest. Es gebe keine Änderungen, und die Verträge stünden, teilte eine Managerin mit. Weitere Kooperationen für die Entwicklung oder Produktion von Corona-Impfstoffen hat Curevac etwa mit Bayer, Glaxosmithkline und Rentschler geschlossen.

Wacker Chemie hat in den Niederlanden eine Produktion für den sogenannten mRNA-Impfstoff aufgebaut. Bereits zur Jahresmitte könne die nötige Geschwindigkeit erreicht werden, um 100 Millionen Dosen pro Jahr herzustellen, hieß es.

Dividenden wird es nicht geben

Eine wichtige Personalie war bereits vor der Hauptversammlung bekannt geworden: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr zog seine geplante Kandidatur für den Aufsichtsrat wegen gesundheitlicher Probleme zurück, wie Curevac am Mittwoch mitgeteilt hatte. Hoerr war unter anderem als Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats tätig und hatte sich im März 2020 in Folge einer Hirnblutung von seinen Posten im Unternehmen zurückgezogen.

Curevac ging im August 2020 an die Börse und hat bei der Hauptversammlung wieder deutlich gemacht, dass es keine Dividende zahlen wird. Das Geld soll stattdessen in die Entwicklung des Unternehmens investiert werden.

Mit Material von dpa

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.