Hauptrolle Berlin: René Koch plaudert über seine bewegten Jahre in den 60-ern

Regisseur Jochen Hick (r.) und Zeitzeuge René Koch (l.) mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander

"Jeder sollte einmal in seinem Leben in einem Krankenhaus und in einer Bar gearbeitet haben", meint René Koch: "Dann weiß er was vom Leben." Der Star-Visagist muss es wissen: Er hat selbst, als er 1964 nach Berlin kam, lange hinterm Tresen gestanden. Und später Aids-Kranke in Spitälern besucht. Damit war er ein dankbarer Zeitzeuge für Jochen Hicks Dokumentarfilm "Mein wunderbares West-Berlin", in dem dieser das schwule Leben der Stadt über vier Dekaden, von den 50er-Jahren bis zum Mauerfall, nachgezeichnet hat.

Beide, Koch und Hick, kamen am Dienstagabend in den Zoo Palast, wo der Film in der Reihe "Hauptrolle Berlin" gezeigt wurde. Und brachten gleich reihenweise Freunde mit, von Judy Winter bis Katharine Mehrling, und viele andere Zeitzeugen, die im Film auch zu Worte kommen.

Bild Nr. 1:
Rares Archivmaterial von einer Demo in den 70er-n Salzgeber

Es war gar nicht so einfach, Bilder für diesen Film zu finden, gibt Hick zu. Weil es aus den 50er-, 60er-Jahren, wo man die Sexualität noch hinter verschlossenen Türen ausgelebt hat, wenig Archivmaterial gibt. Vieles hat das Schwule Museum beigesteuert, anderes kam von Sammlern. Auch bei den Zeitzeugen war es nicht immer leicht.

Klar, ein René Koch, der macht das gern, der machte mit Udo Walz sogar eine kleine Show aus der Szene, wo sie von ihrer bewegten Vergangenheit sprachen. Andere aber mussten erst überzeugt werden. Und sind dann auch mal vor laufender Kamera in Tränen ausgebrochen, was für ganz ehrliche Momente sorgte.

Zuvor hat Jochen Hick mit "Out in Ost-Berlin" bereits einen Film über das Schwulse...

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