Hauptrolle Berlin: Masse mit Klasse: "Die Friseuse" im Zoo Palast

Ihr großer Traum: Kathi König (Gabriela Maria Schmeide, vorn) will einen eigenen Friseurladen eröffnen

"Schaff ick!" Das ist ihr Credo. Kathi König hat gerade ihren Mann an ihre beste Freundin verloren und ist mit ihrer Tochter aus dem schönen Haus im Grünen in ein Hochhaus in die Stadt gezogen, nach Marzahn wo sie her stammt. Sie will es alleine schaffen und wieder als Frisörin arbeiten. Als "Friseuse", wie sie sagt, weil sie das noch so gelernt hat. Nur ist das gar nicht so leicht. Denn Kathi ist stark übergewichtig.

So stark, dass sie sich morgens mit einem Seil aus dem Bett ziehen und für die lange Schlange beim Jobcenter einen Klappstuhl mitnehmen muss. So stark, dass ihre 13-jährige Tochter sich für sie schämt. Als sie dann ein Jobangebot bekommt für einen Frisiersalon im Eastgate, schickt die Chefin sie empört wieder weg. "Unser Beruf ist ja ein ästhetischer", giftet sie, "und Sie – Sie sind nicht ästhetisch."

Bild Nr. 1:
Kathi erhält immer wieder Rückschläge.Die Tochter (Natascha Lawiszus) muss gtrösten Fortissimo World Sales/Courtesy / picture alliance / Everett Colle

Kathi König ist in jedem Sinne maßlos. Bei ihrer Figur, ihren Ohrgehängen, ihren schrillen Haarfarben. Aber auch in ihrer Lebenslust. Kurz steht sie da verzweifelt im Eastgate, aber dann sieht sie ein Restaurant, das gerade dicht gemacht hat. Und will – genau gegenüber von dem Salon, der sie nicht haben wollte – einen eigenen aufmachen.

Dabei muss sie immer wieder gegen Behörden, Banken und Berater ankämpfen. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Ein Stehauffrauchen mit Seilzug. Sie verliert alles. Findet aber das Maß aller Dinge in sich selbst.

"Die Friseuse" ist ein Film, der auf die kleinen Leute schaut, vor deren Nöte man gern die Augen verschließt. Regisseurin ...

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