Hauck & Aufhäuser arbeitet an Kryptofonds nach ‘Test-Ballon’

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(Bloomberg) -- Hauck & Aufhäuser will nach einem ersten Testlauf weitere Kryptowährungs-Fonds auflegen. Auch ein Einstieg in den Handel solcher Währungen wird erwogen. Damit folgt die Privatbank anderen Frankfurter Finanzdienstleistern, die Gefallen an digitalen Assets finden.

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“Krypto-Währungen sind als Asset-Klasse nicht mehr wegzudenken”, erklärte Aufhäuser-Vorstand Holger Sepp in einem Interview mit Bloomberg News.

Die Bank hatte Anfang des Jahres mit dem HAIC Digital Asset Fund I erstmals einen eigenen Fonds aufgelegt, der in Krypto-Währungen investiert. Enthalten sind unter anderem Bitcoin und Ethereum. Sepp zufolge sei das Interesse riesig gewesen, von der kleinen Pensionskasse bis hin zum Dax-Unternehmen. Selbst Privatkunden hätten sich erkundigt, obwohl sich der Fonds an institutionelle Investoren richte. Sepp sprach von einem “Test-Ballon”.

Zum Volumen und der Performance des Fonds wollte Sepp keine Angaben machen.

Angestrebt werde nun, im nächsten Jahr weitere eigene Fonds an den Markt zu bringen, die in Krypto-Währungen investieren und sich an institutionelle Investoren richten. “Wir denken auch über andere Produkthüllen nach, wie Exchange Traded Notes und Zertifikate, mit denen dann auch private Investoren in Krypto-Währungen investieren können”, sagte Sepp.

Zugang von Deutscher Börse

Bloomberg hatte im September berichtet, dass die zum Volksbankensektor gehörende Union Investment nach einem Pilotversuch mit Bitcoin-Zertifikaten erwägt, derartige Anlagen weiteren Fonds beizumischen. Auch die Frankfurter Acatis Investment, die zuletzt rund 12,5 Milliarden Euro verwaltete, denkt nach eigenen Angaben über mehr Angebote an Kryptoanlagen nach. Und der S Broker der Sparkassen bietet Kunden seit kurzem Investments in Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie über rund 40 Zertifikate, ETFs und Einzelaktien an.

Kritiker monieren, dass Bitcoin & Co. starken Wertschwankungen unterliegen würden - wobei sich diese durch Beimischungen in Fonds leichter abfedern lassen als bei direkten Anlagen.

Hauck & Aufhäuser hat mit der Hauck & Aufhäuser Innovative Capital (HAIC) eine Investmentgesellschaft für digitale Assets gegründet. Zudem erwarb die Bank mit der Kapilendo Custodian AG ein Unternehmen mit der Erlaubnis zur Verwahrung von Kryptowerten in Deutschland. Im Oktober wurde schließlich Simon Seiter zum Head of Digital Assets ernannt, eine neue Position. Davor war er zwei Jahre bei der Deutsche Börse AG als Head of Digital Assets tätig.

„Wir wollen nicht nur selbst digitale Produkte anbieten, sondern auch anderen Fonds-Anbietern eine Infrastruktur für Setup, Administration und Verwahrung von digitalen Assets anbieten. Der Erwerb der Kapilendo Custodian ist dabei ein wichtiger Baustein”, sagte Sepp. Zwar werde das Unternehmen in die Bank integriert, solle aber an seinem bisherigen Sitz in Berlin verbleiben, wo auch viele andere Fintechs aktiv sind.

Unabhängig davon denkt die Bank bereits über weitere Expansionsfelder nach. In einigen Bereichen will sie sich dabei auch finanziell verstärken. Sepp: „Wir werden uns überlegen, ob wir zu einem späteren Zeitpunkt in den Handel von Krypto-Währungen einsteigen”.

(Neu: Sitz von Kapilendo im vorletzten Absatz)

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