Deshalb hat Opare keine Zukunft mehr in Augsburg

Reinhard Franke
Zoff beim FC Augsburg: Daniel Opare (Vertrag bis Sommer) wurde in Augsburg supendiert

Dieses Szenario wünscht sich kein Mann, der seine Freundin betrogen hat. Er kommt nach Hause, will seinen Fehltritt gerade seiner Liebsten beichten, doch sie wurde bereits von der Geliebten informiert und weiß alles.

Dumm gelaufen. So ähnlich muss sich Daniel Opare gefühlt haben, der jetzt aufgrund von Lügengeschichten beim FC Augsburg suspendiert wurde.

Der Rechtsverteidiger hatte mit dem FC Schalke geflirtet und sich mit S04-Coach Trainer Domenico Tedesco, Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Axel Schuster in einem Restaurant am Düsseldorfer Flughafen getroffen.

"Das ist legitim", sagte FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter, als er von dem Treffen erfuhr, nach dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (3:0).

Heidel informiert Reuter über Treffen

Heidel verhielt sich korrekt und unterrichtete Reuter sofort. Auch Heidel erklärte am Montag dem Westfälischen Anzeiger, dass Opare "nicht aus dem Trainingsbetrieb genommen wurde, weil er sich mit uns getroffen hat".

Opare hatte behauptet, dass er Heidel und Tedesco zufällig getroffen habe, eigentlich habe er sich mit dem früheren Augsburger und jetzigen Schalker Abdul Rahman Baba treffen wollen. Doch der war gar nicht in Düsseldorf. Komisch auch, dass Opares Bruder und Berater extra aus London eingeflogen war.

Was den FCA wütend machte, war, wie sich der 27-Jährige und der Bruder dann herausreden wollten.

"Daniel Opare hat uns bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen. Des Weiteren hat er mehrfach gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen", wird Reuter in der Pressemitteilung des Klubs zitiert.

Und weiter: "Sie haben uns an den Haaren herbeigezogene Geschichten aufgetischt." Zudem habe es einige Vorfälle in der Kabine und beim Training gegeben. 


Nach SPORT1-Informationen kam Opare kürzlich zu spät zu einer Mannschaftssitzung und zum Training. Die Lügengeschichten haben nun das Fass zum Überlaufen gebracht.

Opare verspielt gutes Standing

Damit hat sich Opare um den Lohn seiner Hartnäckigkeit gebracht. Denn nachdem er viel herumgereicht wurde (unter anderem war er Reservist bei Real Madrid, FC Porto und Besiktas Istanbul) hatte er sich in Augsburg den Stammplatz bei Trainer Manuel Baum erkämpft.

Er ist kein Typ wie Pierre-Emerick Aubameyang, der bewusst provozieren wollte, um einen Wechsel zu erzwingen.

Opare ist eine Frohnatur, ein gläubiger Christ, der vor jedem Spiel und jedem Training betet. Baum sagte kürzlich über seinen Abwehrspieler: "Wenn ich das Lächeln von Dani sehe, bin ich auch happy."

In den vergangenen Wochen hatte er sich auch im Mannschaftskreis immer besser akklimatisiert. Auch weil Kapitän Daniel Baier sich sehr um ihn gekümmert habe.

Keine Zukunft mehr in Augsburg

Das spielt alles keine Rolle mehr. Eine Zukunft hat Opare beim FCA nicht mehr. "Wegen Kleinigkeiten verabschiedet man keinen Spieler, der durchaus Qualität hat", stellte Reuter klar. Ob der Verteidiger das Angebot des Individualtrainings annimmt, ist fraglich.

Ein Wechsel innerhalb Deutschlands ist vorerst nicht möglich, weil die Transferfrist abgelaufen ist. 

Dass Schalke in Person von Heidel im Sommer zugreift, ist nach der Lügengeschichte Opares unwahrscheinlich. Mögliche Auswege: China, die USA, Russland oder Schweden, wo das Transferfenster weiter geöffnet ist.