Du hast nur wenige Minuten, um einen Personalchef zu beeindrucken — diese 4 Tücken solltest du im Bewerbungsgespräch vermeiden

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Anne Hathaway in "Der Teufel trägt Prada". 20th Century Fox
Anne Hathaway in "Der Teufel trägt Prada". 20th Century Fox

Der Arbeitsmarkt erholt sich langsam wieder von der Pandemie, besonders Fachkräfte werden in manchen Branchen händeringend gesucht. Jobsuchende sind derzeit häufig in einer guten Verhandlungsposition, sollten sich aber trotzdem davor hüten, die Vorbereitung für das Bewerbungsgespräch nicht ernst genug zu nehmen.

Denn: Eine Studie aus dem Jahr 2015 eines Teams mehrerer US-Universitäten wie Clemson oder Florida State gibt interessante Einblicke in den Entscheidungsprozess von Personalleitern. Die Forscher beobachteten über 600 halbstündige Vorstellungsgespräche mit Studenten und stellten fest, dass die Verantwortlichen ihre Entscheidungen meist sehr schnell trafen – 59.9 % innerhalb der ersten 15 Minuten, etwa ein Viertel traf die Entscheidung sogar innerhalb der ersten 5 Minuten.

„Manager müssen einige schwierige Entscheidungen treffen, und sich auf ihren Instinkt und ihre Erfahrung verlassen, um eine Vorauswahl zu treffen“, so Elisa Nardi, Trainerin und Mentorin für Führungskräfte, zu Business Insider. Wir sprachen mit ihr und einem weiteren Bewerbungsexperten über die Dinge, die Personalleiter in einem Bewerbungsgespräch besonders ärgert – und wie man diese vermeidet.

1. Seine Fähigkeiten ohne konkrete Beispiele untermauern

John Lees, Berufsberater und Autor des Buches „Knockout Interview“, verrät: „Der Interviewer will einen Beweis für eure Qualifikation und dann schnell zum nächsten Thema übergehen, und dann wieder zum nächsten und so weiter. Wer in diesem Prozess nicht liefert, steigert den Frust.“

Als Kandidat sollte man seine vorherigen Erfolge und Projekte benennen, indem man situative Beispiele zeigt, die bestimmte Fähigkeiten und Erfahrungen hervorheben. Einfach nur zu wiederholen, was auf dem Lebenslauf steht, ist „langweilig anzuhören“, so Lees. „Wer einen negativen Eindruck vermeiden will, sollte fokussiert und doch unterhaltsam wirken. Das soll nicht heißen, dass du unglaubliche Geschichten oder Witze erzählen sollst, aber bewahre die Aufmerksamkeit deines Gegenübers, indem du mit Enthusiasmus über die Dinge sprichst, die du bisher gemacht hast.“

Darüber hinaus sollte man vermeiden, nur über die offensichtlichen Dinge seiner früheren Positionen zu sprechen, so Lees. Was der Personaler darüber wirklich wissen will ist: „Was hast du dieser Rolle hinzugefügt? Was ist an dir anders und interessant?“

2. Versuchen, etwas zu sein, was man nicht ist

Ein häufiger Irrglaube vieler Bewerber ist, dass Personalchefs von ihnen erwarten, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Berufsberaterin Narbi meint, Arbeitgeber suchen nach Kandidaten, die „authentisch“ sind. „Die meisten Arbeitgeber wollen sehen, wie ihr in das Team passt.“

Ein gewisses Selbstbewusstsein bezüglich seiner Erfolge ist immer gut, aber zu versuchen, seine Fähigkeiten ohne stichhaltige Beweise zu verkaufen – egal ob im Lebenslauf oder im Gespräch – ist ein Fehler. Nardi fügt hinzu: „Stell dir vor, auf deinem Lebenslauf steht: ‚Ich bin ein sehr mutiger Mensch, der vor Risiken nicht zurückschreckt.‘ Dann fordert der Personaler vielleicht ein Beispiel dafür – und dann kannst du keins geben. Das bedeutet dann für ihn, dass diese beiden Darstellungen nicht zusammenpassen.“

3. Mangel an Vorbereitung

Ein Warnsignal für Personaler ist es, wenn der Bewerber lange braucht, um unkomplizierte Fragen zu beantworten. Dies zeigt, dass er „seine Hausaufgaben nicht gemacht hat“, meint Lee.

Ein richtig guter Kandidat scheut sich nicht davor, die Extrameile zu gehen und so viel wie möglich über das Unternehmen herauszufinden. Lees meint: „Schau dir nicht nur diese Unternehmen an. Informiere dich über die Konkurrenten um zu verstehen, was gerade in der Branche los ist. Schaut nicht nur auf die offensichtlichen Bereiche der Unternehmens-Website. Schaut etwa auch in den Pressebereich, lest euch Pressemitteilungen durch – denn dann entdeckt ihr, worauf das Unternehmen stolz ist und was ihr Fokus der letzten 6 oder 12 Monate war.“

4. Antworten auf Fragen zu sehr vorbereiten

Dies mag zunächst wenig sinnvoll erscheinen, doch Personalleiter suchen nicht nach Bewerbern, die sich anhören, als würden sie von einem Skript ablesen. Lees meint, viele Kandidaten würden dazu tendieren, „Antworten auf die Fragen zu geben, auf die sie sich vorbereitet haben – statt auf die Fragen, die eigentlich gestellt wurden.“

Dies führe schnell dazu, dass sie mit ihren Antworten übereifrig wirken und unecht wirken. Antworten auf Fragen vorzubereiten ist zwar gut – allerdings müssen die Bewerber aufpassen, dass das Gespräch eine Konversation sein sollte; das Gleichgewicht zwischen Vorbereitung und Authentizität zu finden, ist essenziell.

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