Hasenhüttl: Darum ist Werner explodiert

Jochen Stutzky, Jens Tampier

Champions-League-Feeling in der UEFA Europa League: RB Leipzig tritt zum Hinspiel der Runde der letzten 32 beim SSC Neapel an (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). 

Vor dem Kracher im Stadio San Paolo spricht RB-Coach Ralph Hasenhüttl im exklusiven Interview mit SPORT1 über den Gegner, die Zielsetzung seines Teams und die Entwicklung von Nationalspieler Timo Werner.

SPORT1: Herr Hasenhüttl, über ihren Gegenüber Maurizio Sarri sagt man, er sei ein komischer Kauz. Er raucht eine Zigarette nach der anderen und macht komische Witze auf Pressekonferenzen. Wenn dieser Trainer sagt, er nimmt gegen Leipzig sieben Spieler heraus und tritt mit der B-Elf an - wie sehr können Sie diesem Mann glauben?

Hasenhüttl: Es ist nicht so wichtig, wie sehr ich ihm glaube. Wir stellen uns auf das schwerstmögliche Spiel ein. Ich weiß, dass ein, zwei Spieler verletzt sind, einer ist gesperrt – von daher muss er sowieso schon drei Mal wechseln. Ob es dann letztendlich noch mehr sind ist uns relativ egal. Es wird so oder so nicht einfach hier zu bestehen, weshalb wir zumindest mit allem was wir haben da sind.


Am 15. Februar zeigt SPORT1 zunächst das Gastspiel der Leipziger in Neapel, eine Woche später kommen dann die Fans des BVB mit der Live-Übertragung der Partie in Bergamo auf ihre Kosten. Der Countdown zur UEFA Europa League Zeiten beginnt an beiden Spieltagen bereits ab 19 Uhr im TV auf SPORT1. In den Highlights ab 23.00 Uhr werden ausführliche Zusammenfassungen der restlichen Partien mit Top-Teams wie Arsenal, Marseille, Milan, Atletico, Lyon oder Lazio sowie Reaktionen zu den Spielen gezeigt.

SPORT1: Das große Ziel in Neapel ist die erste Meisterschaft seit Maradona zu gewinnen. Allerdings beträgt der Vorsprung auf Juventus Turin nur einen Punkt. Jetzt könnte es theoretisch passieren, dass Beides schiefgeht. Juve wird Meister und man scheidet gegen Leipzig in der Europa League aus. Darf ein Trainer dann so einen Titel überhaupt herschenken, indem er seine halbe Mannschaft schont?

Hasenhüttl: Auch bei uns ist es in der Liga sehr knapp was die Qualifikation zur Champions League angeht und trotzdem fahren wir hier mit der vollen Kapelle her, um unbedingt weiter zu kommen. Für uns ist es die aller erste K.o.-Phase in der Geschichte des Vereins und deswegen ist dieser Schritt ganz wichtig für uns. Für die Möglichkeit, einen Titel auf europäischer Bühne zu holen, muss man immer alles geben und das werden wir tun.

SPORT1: Yussuf Poulsen hat im Doppelpass gesagt, Leipzig gegen Neapel ist ein vorgezogenes Finale. Welchen Titel würden Sie dieser Begegnung geben?

Hasenhüttl: Gefühlt ist es zumindest ein bisschen Champions League, da wir letztes Jahr beide noch dabei waren. Und wenn der Tabellenführer der Serie A auf den Zweiten der Bundesliga trifft, würde ich mir das als Fan auch anschauen. Ich denke wir sehen auf jeden Fall ein interessantes, temporeiches Spiel.


SPORT1: Was hat für Sie mehr Priorität? Ein Auswärtstor zu erzielen oder kein Gegentor zu kassieren?

Hasenhüttl: Ich würde beides gerne mitnehmen. Ein Auswärtstor ist natürlich enorm wichtig. Wir haben vier Halbzeiten, die ersten beiden auswärts – da ist es vor allem wichtig ein gutes Ergebnis zu erzielen und da kann jedes Tor entscheidend sein.

SPORT1: Timo Werner hat im SPORT1-Interview gesagt, er sei unfassbar heiß auf dieses Spiel und sehr dankbar, welche Entwicklung er in Leipzig genommen hat. Wie würden Sie diese Entwicklung in den vergangenen Jahren unter ihnen als Trainer beschreiben?

Hasenhüttl: Ich glaube, für ihn war die vergangene Saison sensationell. Es haben viele Komponenten zu seiner Entwicklung beigetragen. Wir haben hier einen Spielstil, der ihm wie auf den Leib geschneidert ist, und ein Trainerteam, das ihm gemeinsam mit der Mannschaft eine Atmosphäre geschaffen hat, in der er sich perfekt entwickeln konnte. Deshalb war es vielleicht nicht ganz so überraschend, dass er sich hier schnell einlebt. Aber dass er so gut wird, damit konnte keiner rechnen.

SPORT1: BVB-Trainer Peter Stöger hat gemeint, er habe sich den 16. Mai freigehalten. Was haben Sie für diesen Tag geplant?

Hasenhüttl (lacht): Bisher noch nichts. Aber bis dahin dauert es noch lange.


SPORT1: Wie sehr gehen Sie davon aus, die nächste Runde zu erreichen?

Hasenhüttl: Wir haben mit Sicherheit eines der schwersten Lose in dieser Runde gezogen. Aber das ist okay. Wir wollen diese Herausforderung mit aller Macht meistern und ich glaube, wir können im Hinspiel schon einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung machen.