Haschisch erobert die Apotheken

Als erstes Land der Welt bietet Uruguay Marihuana aus der Apotheke an. Eine ähnliche Regelung soll es in Deutschland geben – allerdings nur für medizinische Zwecke.


1,30 Dollar pro Gramm kostet das Marihuana in den Apotheken Uruguays – das ist billiger als beim Dealer. Das südamerikanische Land will durch die Legalisierung die Drogenkriminalität eindämmen.

Auch in Deutschland soll es künftig verstärkt Cannabis aus der Apotheke geben – allerdings rein zu medizinischen Zwecken. Anders als in dem südamerikanischen Land ist die völlige Legalisierung von Haschisch in Deutschland kein Thema. Der Bundesregierung geht es mit ihrer Initiative ausschließlich darum, Patienten zu helfen.

Denn das Rauschmittel kann durchaus gegen Schmerzen oder bestimmte Formen von Multipler Sklerose helfen. Bislang konnten bereits einige Hundert Patienten ihr Cannabis aus der Apotheke beziehen – mit einer Sondergenehmigung des zuständigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM. Freilich mussten die Patienten für die Hanfblüten selbst aufkommen – und die Lieferungen aus Holland klappten auch nicht immer zuverlässig.



Nun will die Bundesregierung für Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern. Dazu soll das Hanf unter staatlicher Aufsicht in deutschen Gewächshäusern gezüchtet werden.

Wer in die Hanfzucht investieren will, konnte sich zuletzt bei der Cannabisagentur des BfArM bewerben. Etliche Kleinunternehmen haben dazu zusammen mit Partnern aus Ländern wie Israel, den Niederlanden oder Kanada, die bereits Erfahrungen mit medizinischem Cannabis haben, ihre Unterlagen eingereicht. Derzeit läuft das Auswahlverfahren. Wenn alles klappt, soll die erste Ernte mit staatlichem Segen 2019 eingefahren – und dann an die Apotheken geliefert werden.

Noch fehlen allerdings aussagekräftige Studien darüber, wie Cannabis konkret bei bestimmten Krankheiten wirkt. Noch sind auch viele Ärzte nicht überzeugt. Und etliche Krankenkassen, die für die Cannabis-Therapie aufkommen sollen, mauern noch.